Nur an drei Tagen wird gefeiert: Der Türkisch-Islamische Kulturverein lädt in die Sigelstraße ein. Foto: Archiv/Birgit Kiefer

Von Karfreitag bis Ostermontag sollte gefeiert werden. Das hat die Stadt untersagt. Jetzt wurde das Fest auf drei Tage verkürzt. Auch ein Basar über die Ostertage fällt aus.

Kornwestheim - Wir haben nicht so weit gedacht, dass das nicht so gut ankommt.“ Recep Aydin vom Türkisch-Islamischen Kulturverein ist zerknirscht ob des Missgeschicks, das den Kornwestheimer Muslimen unterlaufen ist. „Wir hätten vorher daran denken müssen.“ Für vier Tage hatten sie zum Frühlingsfest aufs Moscheegelände an der Sigelstraße eingeladen – von Karfreitag bis Ostermontag.

Karfreitag allerdings gilt als stiller Feiertag: Tanzveranstaltungen, Volksfeste oder Sportturniere – all das ist untersagt. Und so hat nun auch der Türkisch-Islamische Kulturverein sein Frühlingsfest um einen Tag verkürzt. Erst von Samstag, 20. April, an wird an der Sigelstraße gefeiert – übrigens ohne Musik und Tanz, wie Recep Aydin berichtet. Darauf wolle man an allen drei verbleibenden Tagen verzichten.

Am stillen Feiertag ist vieles nicht erlaubt

Schon beim Christlich-Muslimischen Frauenfrühstück am vorvergangenen Wochenende war der Vereinsvorstand darauf hingewiesen worden, dass das Frühlingsfest kaum an Karfreitag über die Bühne gehen dürfe. Aber wenn man auf die Musik verzichte, stehe dem Fest wohl nichts im Wege, mutmaßte man im Gespräch. Aber dem ist nicht so. Auch die Stadt reagierte auf die Einladung und informierte den Verein darüber, was an diesem stillen Feiertag erlaubt ist und was nicht.

Und es kommt noch schlimmer: Die Tage der offenen Tür in der Moschee waren in der Vergangenheit stets verbunden mit einem großen Basar. Auch der darf – zumindest an den hohen christlichen Feiertagen Ostersonntag und Ostermontag – nicht in dieser Form stattfinden, weil er gegen das Verkaufsverbot an Sonn- und Feiertagen verstößt. Nur einen Tag Basar – das lohnt sich für die Händler allerdings kaum. „Wir haben den Basar komplett storniert“, erklärt Recep Aydin.

Mit den Gästen zusammensitzen

Und so bleiben drei Tage, an denen die Mitglieder des Türkisch-Islamischen Kulturvereins mit ihren Gästen zusammensitzen wollen. Der Termin für das Fest liegt früh im Jahr – und zwar deshalb, weil die Fastenzeit der Muslime am 5. Mai beginnt.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, und die Frauen des Vereins werden wieder eine Reihe von Spezialitäten offerieren. Das Fest ist auch dazu gedacht, die Vereinskasse aufzufüllen. Große Ausgaben kommen auf die Kornwestheimer Muslime zu. Sie wollen an der Sigelstraße eine neue Moschee bauen. Noch allerdings liegt die Baugenehmigung nicht vor, wie Recep Aydin berichtet. Er hofft aber darauf, dass sie in den kommenden Wochen erteilt wird. Für den Sommer plant der Verein mit dem ersten Spatenstich.

Wegen Bauarbeiten kein Tag der offenen Tür im nächsten Jahr

Wegen der Bauarbeiten wird’s im kommenden Jahr in Kornwestheim aus Platzmangel keine Tage der offenen Tür geben. Und wie künftig mit dem stets gut besuchten Fest am Stadtrand zu Stuttgart umgegangen wird, das ist noch offen. Das habe man noch nicht besprochen, sagt Recep Aydin vom Kulturverein.

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