Akupunktur ist die bekannteste Heilmethode der traditionellen chinesischen Medizin, aber nicht die einzige. Auch gegen Corona kann TCM hilfreich sein. Foto: dpa/Mark

Qin Wang praktiziert in Stuttgart-Vaihingen traditionelle chinesische Medizin. Dabei unterstützt sie auch den Kampf gegen Corona. Sie greift dabei auf eine Kräutermischung zurück, die in Wuhan Erfolge gezeigt haben soll.

Stuttgart - Die Leiden der Stuttgarter im Allgemeinen und Besonderen kennt Qin Wang aus eigener Anschauung: Seit 40 Jahren praktiziert sie traditionelle chinesische Medizin (TCM), seit 2005 in einer eigenen Praxis in Stuttgart-Vaihingen. Die Hauptleiden der Stuttgarter? „Da ist die Ernährung“, sagt Wang. „Die Lebensmittel sind sehr gut, es gibt sehr viele tolle Gerichte, aber die Mahlzeiten sind zu reichhaltig, und es wird zu viel gewürzt.“ Das andere Problem: „Das Wetter ist meist zu kalt und zu feucht.“

Akupunktur und Qi Gong dürften zwar geläufig sein, doch die TCM als solche ist eine unbekanntere Heilkunde, auch wenn sie von Ärzten als Begleitmaßnahme empfohlen wird. Qin Wang ist also eher eine Einzelkämpferin, auch in Sachen Corona. Hat TCM eine Antwort auf das neuartige Virus? Mit den Möglichkeiten von TCM schöpft Wang immerhin aus einem Wissen, das seit Jahrtausenden von Generation zu Generation weitergegeben wurde, das in China stets weiterentwickelt und akademisch unterfüttert wurde und mittlerweile auch durch Elemente der Schulmedizin ergänzt wird.

Eine Lehre mit mehr als 5000 Jahren Erfahrung

Akupunktur ist eine Möglichkeit. Genauso wichtig ist die Ernährung. Lebensmittel mit vielen Inhaltsstoffen – wie Brot – mögen gesundheitsfördernd sein, doch erschweren die Verdauung. So entstehen Stauungen und Stockungen, die den Fluss der Dinge im Körper hemmen. Deshalb wird bei der TCM Leichtverdauliches empfohlen, etwa Gemüse, Pasta oder Fladen. Dazu gibt es spezielle Tees und Kräuter. Das sei auch ein Weg, um Corona entgegenzuwirken.

Zusätzlich zu ihrer heilkundlichen Praxis hat sich Qin Wang seit einigen Jahren übrigens auf die Dao-Medizin konzentriert, die Keimzelle von TCM. Diese umfassende Lehre sammelt mehr als 5000 Jahre Erfahrung. Hier wird – ähnlich wie bei Qi Gong – mit der Kraft und der Energie der Natur sowie des Universums, unterstützt durch Kräutertherapien, die Heilung aktiviert, indem bestimmte Körperstellen des Kranken berührt werden. Das erfordert viel Konzentration und Erfahrung, weshalb diese Methode kaum bekannt ist. Etwa 700 Menschen gibt es, die die reine Dao-Medizin derzeit weltweit praktizieren. Die Dao-Medizin ist häufig erfolgreich, wo die klassische TCM an ihre Grenzen stößt.

Erfolgreich gegen Corona in Wuhan

Qin Wangs Vorbild und Lehrer ist ihr Landsmann Yijia Chen. Er hat über 20 Jahre hinweg zahlreiche Lehrstufen durchlaufen, die in der Dao-Medizin erforderlich sind. Seit 2007 praktiziert er mit seiner Heilkunde. Heute ist er Präsident des Weltverbands der Dao-Medizin- Naturheilkunde. In Sachen Corona war er Anfang 2020 im damaligen Epizentrum, in Wuhan, als die Stadt von der Außenwelt abgeriegelt war. Dazu hat sich Chen mit Medikamenten und Kräuter eingedeckt wie Löwenzahn, Disteln oder Maulbeerblätter zur Entgiftung, zur Reinigung der Lungen oder zur Schleimlösung. Künstliche Beatmung war bei einigen Patienten nicht mehr erfolgreich, da die Lungenwege bereits blockiert waren. 53 Tage war das Ärzteteam von Chen im Einsatz in Wuhan. Mit der Kombination von TCM und Dao-Medizin wurden 36 Patienten als geheilt entlassen. Das war ein viel beachteter Arbeitserfolg für die Dao-Mediziner. Dieses Wissen will Qin Wang angesichts der Corona-Lageweiter vermitteln. Dazu bietet sie einen Tee aus jener Kräutermischung an, die sich in Wuhan offenbar bewährt hat.

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