Von wegen Gleichberechtigung: Auch in diesem Jahr gibt es wieder keine Vierschanzentournee für Frauen. In zwölf Monaten soll es endlich soweit sein – die Skepsis aber bleibt.
Das Thema Gleichberechtigung wird den Wintersport noch eine Weile beschäftigen – und in knapp sechs Wochen ganz besonders im Fokus stehen. Dann wird es bei den Olympischen Winterspielen um Medaillen in der nordischen Kombination gehen, allerdings nur für Männer. Frauen-Wettbewerbe gibt es nicht, was Gesamtweltcup-Siegerin Nathalie Armbruster entsprechend kommentiert: „Im 21. Jahrhundert die Frauen auszuschließen, das ist einfach ein No-Go.“ Ähnlich ist die Situation bei der Vierschanzentournee – noch.
Obwohl die Diskussionen schon seit Jahren geführt werden, gibt es weiterhin keine Tournee für die Skispringerinnen, sondern stattdessen die dritte Auflage der „Two-Nights-Tour“ mit zwei Wettbewerben in Garmisch-Partenkirchen am Mittwoch (13 Uhr) und in Oberstdorf am Donnerstag (16.15 Uhr). Die Wertigkeit dieser halben Tournee führte Selina Freitag der Öffentlichkeit vor einem Jahr vor Augen – als sie die Prämie für ihren Sieg in der Qualifikation von Garmisch-Partenkirchen präsentierte: ein Duschgel, Shampoo und vier Handtücher.
Selbe Reihenfolge wie bei den Männern
Diesmal erhalten Frauen wie Männer für Rang eins in der Qualifikation 3175 Euro, und im nächsten Jahr soll es dann endlich die komplette Schanzengleichheit geben – mit einer vollständigen Tournee für Frauen. Offiziell ermöglicht wird dies durch eine Flutlichtanlage, die bis dahin in Innsbruck installiert sein soll, womit auf allen vier Anlagen auch abends gesprungen werden kann. Das erleichtert die zeitliche Abfolge, auch Logistik, TV-Übertragungen und Hotelkapazitäten scheinen kein Problem mehr zu sein.
Vorgesehen ist, dass die Frauen ihre Wertungsspringen immer am Qualifikationstag der Männer austragen: zuerst in Oberstdorf, dann in Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen. „Alle bei uns sehnen sich danach, diese Tournee zu bekommen“, sagt Frauen-Bundestrainer Heinz Kuttin, „für das Skispringen der Damen wäre dies ein Meilenstein.“ Noch allerdings gibt es Skeptikerinnen.
Weil bisher weder die Flutlichtanlage in Innsbruck steht noch die Frauen-Tournee im Wettkampfkalender des Ski-Weltverbandes Fis für 2026 berücksichtigt ist, sagt die deutsche Vorspringerin Katharina Schmid: „Es wurde jetzt viel drüber geredet, dass sie nächstes Jahr kommt. Ich glaube es erst, wenn es so weit ist.“