Im November kommt Schilling ins Ludwigsburger Scala Foto: factum/Granville

Vor Jahrzehnten gelang Peter Schilling mit „Major Tom“ ein Welthit. Im November startet der 60-Jährige zu einer neuen Tournee – der Auftakt findet in Ludwigsburg statt.

Ludwigsburg - Der Bezug zu seinem größten Hit soll sofort klar werden: „Völlig losgelöst bis heute“ heißt der Slogan unter dem Peter Schilling demnächst auf Tournee geht. Der Song über den fiktiven Astronauten „Major Tom“, eine Kunstfigur von David Bowie einst erfunden, machte Schilling Anfang der 1980er zum Star der Neuen Deutschen Welle und zu einem der kommerziell erfolgreichsten Künstler aus Deutschland. Inzwischen hat der 60-Jährige zwölf Studio-Alben veröffentlicht, doch auf Tour war er seit 1984 nicht mehr – was sich jetzt ändern soll.

Am 17. November findet im Ludwigsburger Scala der Auftakt zu einer neuen Konzertreihe statt, die den gebürtigen Stuttgarter in insgesamt sechs Städte führen wird (siehe Info rechts). Zwar hat Schilling mit seiner Band in den vergangenen Jahren Hunderte einzelner Konzerte gegeben, trat mal hier und mal dort auf. Eine fes­te Tour inklusive Motto gab es aber nicht. Heute rührt Schilling kräftig die Werbetrommel für die „Club Appearance 2016“, die erste Tour seit Jahrzehnten liege ihm besonders am Herzen, sagt er. Vor allem, weil er zuletzt wieder zu „seiner Musik gefunden“ habe. Sprich: deutsche Texte über Themen wie Wissenschaft und Technik – der „Major Tom“ handelte schließlich vom Flug ins Weltall. In seinem aktuellen Album gehe es zum Beispiel um den digitalen Überwachungsstaat, in einigen Titeln auch um die eigene Person („Nach innen sehen“). Eine Botschaft sollen die Zeilen haben, nicht belanglos sein, meint Schilling. „Ich drohe aber nicht mit Intellekt.“

Im kommenden Jahr erscheint ein neues Album

Seine Verkaufszahlen reichen nicht mehr an jenen Tage heran, als er auch in den USA, in Kanada und Südamerika in den Charts platziert war. Trotzdem sagt Schilling: „Meine Musik ist erwachsener geworden, der Groschen ist gefallen.“ Was möglicherweise auch damit zu tun hat, dass nach dem Erfolg der große Absturz kam: 1989 erkrankte Schilling am Burn-out-Syndrom, von heute auf morgen „ging nichts mehr“. Er löste seinen Vertrag bei der Plattenfirma in den USA auf und versuchte, sein Leben neu zu ordnen. Inzwischen hat er darüber auch ein Buch geschrieben: „Vom Burn-out zurück ins Leben“ lautet die Unterzeile. Schilling spricht über das Thema inzwischen auch auf Gesundheitsmessen.

Das Hauptaugenmerk, dass betont Schilling beim Pressetermin in Ludwigsburg stets, liege aber trotzdem auf der Musik – wobei er anders als viele seiner Kollegen keine Scheu vor seinem früheren Werk hat, im Gegenteil. Auf der neuen Tour werden neben neueren Songs auf jeden Fall auch die Klassiker zu hören sein. „Die Erfolge muss man schließlich hochhalten“, sagt Peter Schilling.

Das Scala als erster Veranstaltungsort ist für ihn nicht irgendeine Location: Seine Band hat sich den Auftritt hier gewünscht, auch der Chef hat einen Bezug zu Ludwigsburg: Rund ein Jahr lebte Schilling Ende der 1970er Jahre hier. Er war als Soldat in der Wilhelmskaserne stationiert.

Scala
Das erste Konzert der neuen Tour von Peter Schilling findet am 17. November um 20 Uhr im Scala in Ludwigsburg statt. Karten kosten 32 Euro im Vorverkauf und 36 an der Abendkasse.

Konzerte
Weitere Stationen der Konzerttournee zwischen dem 17. und 27. November sind Neubrandenburg, Schwerin, Bonn, Osnabrück und Regensburg. Auch 2017 soll die Reihe nach der Veröffentlichung des neuen Albums fortgesetzt werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: