Nordkoreanische Soldaten beobachten einen Soldaten im Süden des Landes. Foto: dpa/epa Jeon Heon-Kyun

Seit der Corona-Pandemie waren die nordkoreanischen Grenzen noch verschlossener als ohnehin. Das soll sich nun ändern.

Nur wenig Länder sind so abgeschottet wie Nordkorea. Das war schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie so gewesen, nach 2020 erst recht. Selbst für Staatsbürger, die außer Landes waren, war die Grenze zu. Jetzt will Nordkorea wieder Touristen ins Land lassen. Eine Ankündigung dieser Art gab es zwar schon im vergangenen Sommer, nun aber scheint sie wahr zu werden. Der chinesische Reiseveranstalter Koryo Tours berichtet von einem Ansturm von Interessenten. Chinesische Touristen sind traditionell die größte Reisegruppe im Nachbarland. Schätzungen gehen von bis zu 300 000 im Jahr aus – vor Corona.

 

Der Verbündete hat Konkurrenz bekommen

China gilt traditionell auch als engster Verbündeter des Regimes, doch da hat Peking Konkurrenz bekommen. Nordkoreas Machthaber und sein Gegenüber in Russland haben sich gesucht und gefunden. Nordkorea unterstützt den Moskauer Krieg mit Material und Männern, Wladimir Putin soll versprochen haben, den Nordkoreanern bei ihrem Atomprogramm unter die Arme zu greifen. Ein Nebeneffekt: während die meisten Chinesen noch draußen bleiben mussten, durften Reisende aus Russland im vergangenen Jahr nach Nordkorea reisen. Nicht nur der Präsident, auch Kinder im Feriencamp.

Der Hauptstadtzoo lässt aufhorchen

Noch sind die Reiseziele im Land beschränkt, auch Pjöngjang ist noch für Besucher gesperrt. Dass der Hauptstadtzoo urplötzlich eine Seite auf Englisch ins Internet gestellt hat, wird allerdings von manch einem Auguren dahingehend gedeutet, dass demnächst auch wieder westliche Reisende dorthin dürfen. Deren Anzahl war allerdings schon vor Corona überschaubar. Um die 5000, wird geschätzt, waren es jährlich, davon rund 300 aus Deutschland. Gleich ist übrigens die Warnung des Auswärtigen Amtes geblieben. Man möge das Land meiden, heißt es da.