Auf der weltgrößten Reisemesse ITB, die nur virtuell stattfindet, erwartet die Branche klare politische Entscheidungen, meint unser Korrespondent Klaus Dieter Oehler.
Frankfurt - Berlin ist immer eine Reise wert. Jedes Jahr im März ist die Bundeshauptstadt auch die Hauptstadt des Tourismus. Hier trifft sich die Reisewelt: Veranstalter, Fluggesellschaften und Hoteliers. Doch dieses Jahr, das Jahr zwei der Pandemie, ist anders. Vergangenes Jahr ist die ITB noch ausgefallen, dieses Jahr findet sie nur virtuell statt. Und viel mehr als Hoffnung können die Teilnehmer dieser außergewöhnlichen Tourismusmesse nicht verbreiten.
Die Branche wartet immer noch auf eine klare Perspektive, ebenso wie die potenziellen Reisenden, die nur darauf hoffen können, dass sie irgendwann – zu Ostern, Pfingsten, im Sommer? – wieder an den Strand oder in die Berge dürfen, nach Mallorca oder Capri fliegen dürfen. Fatal ist diese Unsicherheit, weil alle Beteiligten vorbereitet sein müssen auf den Neustart, von dem sie nicht wissen, wann er kommt. Dass etwa viele Hotels auf Mallorca für die Osterzeit öffnen wollen, ist ein Zeichen dafür, wie verzweifelt die Branche ist.
Reiselust verschwindet nicht
Aber es gibt durchaus berechtigten Grund für die Hoffnung, die auf der ITB verbreitet wird. Die Reiselust, nicht nur der Deutschen, ist durch Corona nur gebremst, nicht verschwunden. So wie seit Tagen die Menschen wieder in die Innenstädte strömen, in denen die Geschäfte geöffnet haben, so werden sie auch wieder in die Hotels und Flieger strömen, sobald das wieder möglich ist. Über das Wie und wann muss die Politik schnell Klarheit schaffen. Es ist unverständlich, dass sie für den Tourismus bisher nicht einmal Eckpunkte genannt hat.
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