Natur pur können Urlauber am Wildsee bei Kaltenbronn erleben. Foto:Alexander Kijak

Der Tourismus in Baden-Württemberg sieht sich auch dieses Jahr weiter im Aufwind. Mit einer weiteren Steigerung der Gästezahlen könnte er an die gute Entwicklung in der Vergangenheit anknüpfen.

Stuttgart - Der Tourismus in Baden-Württemberg wird in diesem Jahr seine bisherigen Rekordmarken möglicherweise nochmals übertreffen. Alle wichtigen Studien und Umfragen zeigten, dass die Reiselust so groß wie lange nicht sei, sagte der für den Tourismus zuständige Landesminister Guido Wolf (CDU): „Wir dürfen also optimistisch sein, dass auch 2018 wieder mehr Reisende zu uns nach Baden-Württemberg kommen“, meinte Wolf. Damit würde der Südwesten an die Steigerungen der vergangenen Jahre anknüpfen.

Der Geschäftsführer der Tourismusmarketing Baden-Württemberg GmbH, Andreas Braun, sagte, bei der Werbung werde das laufende Jahr unter dem Thema „Genuss“ stehen. Eine bundesweite Umfrage habe gezeigt, dass der Südwesten dabei noch vor Bayern liege, da beispielsweise das regionale Speiseangebot vielfältiger sei. Im kommenden Jahr soll dann das Thema „Kunst und Kultur“ im Mittelpunkt stehen.

Nach den Angaben von Carmina Brenner, der Präsidentin des Statistischen Landesamtes, erzielte der

Inland und Ausland sorgen für höhere Gästezahlen

Südwesten 2017 erneut Rekordwerte bei den Übernachtungen von Gästen. Die Übernachtungszahlen seien um 1,7 Prozent auf fast 53 Millionen gestiegen, erklärte Brenner. Besonders bemerkenswert sei, dass auch die Zahl der Besucher aus dem Ausland wieder zugenommen habe. 2016 hatte diese noch stagniert. Im vergangen Jahr gab es dagegen eine Zunahme um 1,7 Prozent auf 11,4 Millionen Übernachtungen von ausländischen Gästen. Ebenfalls um 1,7 Prozent war die Zahl der Übernachtungen von Gästen auf Deutschland gestiegen, die auf 41,5 Millionen zunahm.

Ein Plus gab es auch bei den „Ankünften“ von Gästen. Diese sind besonders für den Tagestourismus von Bedeutung. Eine Ankunft kann aber auch zu mehreren Übernachtungen führen. Die Zahl der Ankünfte, die mit der Gästezahl gleichgesetzt werden kann, stieg 2017 um 3,1 Prozent auf 21,6 Millionen. Auch hier kamen die Zuwächse sowohl aus dem Inland wie auch von ausländischen Besuchern. Die „Achillesverse“ für weitere Steigerungen im Tourismus sei der Mangel an Mitarbeitern, sagte Wolf. Deshalb müssten die Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden. Nach den Angaben von Braun beschäftigt die Branche in Baden-Württemberg etwas mehr als 326 000 Mitarbeiter in Vollzeitstellen. Der Umsatz im Südwesten wird auf etwas mehr als 20 Milliarden Euro geschätzt.

Zuwachs auf der Alb, nahezu Stagnation im Schwarzwald

Zu den Ländern mit der stärksten Zunahme bei den ausländischen Gästen gehörten im vergangenen Jahr China und Polen. Deutlich gesunken ist die Zahl der Gäste aus dem Vereinigten Königreich. Unter den einzelnen größeren Reisegebieten in Baden-Württemberg stechen besonders der nördliche Landesteil mit einer Zunahme bei den Übernachtungen um 3,1 Prozent und die Schwäbische Alb mit einem Plus um drei Prozent hervor. Weniger stark stiegen die Übernachtungen dagegen am Bodensee und im Schwarzwald. Dort gab es im Kreis Freudenstadt sogar einen deutlichen Rückgang.

Mit einer Fortschreibung der Tourismuskonzeption für das Land will Wolf künftig noch mehr Gäste anlocken. Dabei sollen auch die Folgen von demografischer Entwicklung, der Digitalisierung und des Klimawandels berücksichtigt werden. Ergebnisse sollen bis Ende 2018 vorliegen.

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