Tourismus & Event Ludwigsburg bietet verschiedene Führungen an, die auch dem Einzelhandel helfen sollen. Foto: Tourismus & Events Ludwigsburg/B. Stollenberg

Obwohl Tourismus & Events Ludwigsburg sparen muss, können die Verantwortlichen einige Erfolge vorweisen. Der Tagestourismus läuft, die Stadtführungen sind ausgebucht und auch das Projekt Kongressstadt Ludwigsburg kommt voran.

Überall ächzen Stadtverwaltungen und ihre Tochtergesellschaften angesichts der öffentlichen Haushaltslöcher. Auch Tourismus & Events Ludwigsburg (Telb) ist davon betroffen. Noch vor einem Jahr blickten die Geschäftsführer Mario Kreh und Elmar Kunz mit Sorge in die ungewisse Zukunft – dieses Jahr sind sie schon deutlich optimistischer und selbstbewusster. Sie versuchen, aus der Not eine Tugend zu machen.

 

Eigentlich seien sie ganz froh über den Spardruck, sagen Kreh und Kunz im Pressegespräch mit dieser Zeitung. Laut den Geschäftsführern hat die finanziell angespannte Lage der Stadt Ludwigsburg auch geholfen, mutige Schritte zu gehen. Man habe beispielsweise die Venezianische Messe erstmals als abgespecktes, aber offenes Fest veranstaltet, das Online-Ticketing angekurbelt und Massen an Broschüren und Flyern eingestampft.

Stadtführungen auf Rekordhoch

„Zudem haben wir einfach viele gute Entwicklungen in diesem Jahr gehabt“, sagt Mario Kreh. Das Frauen-Bundesligateam der HB Ludwigsburg trägt seit diesem Jahr ihre Heimspiele in der MHP-Arena aus, nationale und internationale Stars wie Nena und Tyga spielten Konzerte in Ludwigsburg. Auch die Titanic-Ausstellung stellt sich als Glücksgriff für die Stadt heraus. Abgesehen von Stuttgart scheint Ludwigsburg aktuell die Nummer eins Adresse für Events in der Region zu sein.

Die Titanic-Ausstellung erwies sich als Glücksgriff für Ludwigsburg. Foto: Andreas Rosar

Während die Zahl der Geschäftsreisenden weiterhin etwas schwächelt, haben die touristischen Übernachtungen laut Elmar Kunz im Sommer etwas zugelegt. 2024 werden zudem die Stadtführungen der Telb die Schallmauer von 10 000 Gästen durchbrechen. Ein neuer Rekord, der nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass Kunden ihre Online-Tickets seit diesem Jahr auch per Paypal kaufen können. „Uns sind die Stadtführungen sehr wichtig, denn die beleben die Innenstadt, die Besucher entdecken neue Läden und Gastrobetriebe“, sagt Kunz.

Besonders freuen sich die Telb-Geschäftsführer in diesem Jahr über den Kongressbereich. Der bewegte sich schon 2023 auf dem Vor-Corona-Niveau und auch 2024 sei man mit der Entwicklung sehr zufrieden. Durch Kongresse wie den des Bundesinstituts für Berufsbildung und die Technologie-Tagung „Ada Lovelace Festival“ scheffelt Telb Mieteinnahmen für das Forum am Schlosspark oder die MHP Arena. Aber auch die Hotels und Restaurants der Stadt sind gut gefüllt. Ein lukratives, touristisches Geschäft, das Kreh und Kunz seit ihrem Amtsantritt 2018 verfolgen.

Tourismus & Events will noch mehr große Kongresse nach Ludwigsburg ziehen – wie hier das Ada Lovelace Tech-Festival 2024. Foto: Ada Lovelace Festival/Julian Huke

Schmerzhafte Einsparungen

Trotz der vielen positiven Nachrichten muss auch Tourismus & Events immer genauer auf die Finanzen schauen. Der Sparkurs der Stadt Ludwigsburg macht auch vor der Tochtergesellschaft nicht halt. Acht Millionen Euro bekommt Telb von der Stadt Ludwigsburg, rund sechs weitere Millionen Euro kommen durch den Weihnachtsmarkt, Stadtführungen zusammen – aber vor allem durch die Mieten im Forum am Schlosspark, in der MHP Arena und der Musikhalle.

Eigentlich müsse der Zuschuss steigen, um Tourismus & Events voranzubringen, sagt Kreh. Gleichwohl erkenne man die prekäre finanzielle Lage der Stadt, nehme die Herausforderung an und wolle weiter mit dem Acht-Millionen-Euro-Zuschuss arbeiten. Dazu brauche es jedoch weitere Einsparungen – die schmerzhaft werden könnten. Eine Idee spricht Kreh direkt an: „Irgendwann muss man sich vielleicht auch überlegen, den Pferdemarkt nur alle zwei Jahre zu veranstalten.“