Esslingen ist nicht nur von oben äußerst attraktiv. Foto: Horst Rudel

Der Tourismus-Chef Michael Metzler vermeldet für 2017 das zweitbeste Übernachtungsergebnis – dafür gibt es auch etwas überraschende Gründe.

Esslingen - Michael Metzler ist hoch zufrieden. Zwar liegen die endgültigen Übernachtungszahlen des vergangenen Jahres wohl erst Ende Februar vor. Aber schon bis Ende November konnte der Chef der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus Gesellschaft (EST) 3,2 Prozent mehr Übernachtungsgäste als 2016 verbuchen. Und da die Hotels wegen des Mittelalter- und Weihnachtsmarkts im Dezember überaus gut belegt waren, geht Metzler davon aus, dass knapp 220 000 Menschen im Jahr 2017 in einem Esslinger Hotel ihre Nacht verbracht haben.

2,5 Millionen Tagestouristen kommen nach Esslingen

Lediglich 2015 – damals hatte die EST 225 000 Hotelgäste verbucht – war die Bilanz noch erfreulicher ausgefallen. Auch bei den Tagestouristen – Metzler schätzt deren Zahl auf 2,5 Millionen Menschen – sei kein nachlassendes Interesse an Esslingen festzustellen. Besser noch: die Württembergische Landesbühne (WLB) etwa habe sich unter der Intendanz von Friedrich Schirmer zu einem kleinen Publikummagneten entwickelt. Aus ganz Baden-Württemberg und sogar aus der Schweiz kämen mittlerweile Besucher, um eine der Vorstellungen der WLB zu sehen und dann auch in Esslingen zu übernachten. „Das hat es früher so nicht gegeben“, sagt Metzler.

Überhaupt spielt die Kultur 2018 bei der Vermarktung von Esslingen eine große Rolle. Das liegt nicht nur an der WLB, sondern auch am Podium- und am Jazz-Festival, das dabei sei, sich in der Jazzszene zu etablieren. Zudem wird es Ende September eine Neuauflage der „Stadt im Fluss“-Stadtinszenierung geben. Sie steht 2018 unter dem Motto „Stadt der Frauen“.

Prall gefüllter Open-Air-Kalender

Hinzu kommen die traditionellen Großveranstaltungen wie die verkaufsoffenen Sonntage, die lange Einkaufsnacht „Esslingen funkelt“, der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt vom 27. November bis zum 21. Dezember und das Zwiebelfest. Angesichts der vom Gemeinderat vor etlichen Jahren beschlossenen Open-Air-Richtlinien und des prall gefüllten Veranstaltungskalenders sei es nahezu unmöglich, neue Veranstaltungen in Esslingen unter freiem Himmel zu etablieren, sagt Michael Metzler.

Allerdings soll sich der Gemeinderat in diesem Jahr noch mit der Zukunft des Zwiebelfests auseinandersetzen. Ob es allerdings Veränderungen gibt, sei vollkommen offen. Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe habe Vorschläge erarbeitet, wie die bisher von privaten Wirten organisierte Tradiitonshocketse weiterentwickelt werden könnte. Der Gemeinderat werde die Vorschläge im Frühjahr ergebnisoffen diskutieren.

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