Eine Strecke auf die drei Wahrzeichen des Kreises Göppingen zählt laut einer Auswertung zu den beliebtesten Touren in der Region. In der Gunst von Mountainbikern liegt ein „Löwentrail“ zwischen Ebersbach und Uhingen ganz vorn.
Mit dem Fahrrad grüne Landschaften erkunden oder den Ursprung der Fils ergründen – besonders im Frühling lockt die Natur und verführt zum Fahrradfahren. Wie lässt sich das Rad dafür flottmachen? Und welche Strecken ziehen Radler an?
Isabell Noether von der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf (ESA) berichtet, dass die alte Bahnlinie zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen beliebt ist. Auf dieser liegen mehrere Touren, wie etwa die Stauferroute und die Dreikaiserbergroute. Aber auch neue Landesradfernwege wie der Schwäbische Alb-Radweg und der Württemberger Tälerradweg seien nachgefragt.
Die Löwentrails sind stark nachgefragt
Durch eine Auswertung der Webseite zur Tourenplanung weiß Isabell Noether von der ESA zudem, dass die Dreikaiserbergroute am beliebtesten ist, gefolgt von der Albtrauf- und der Filstalroute. Die besagte Webseite wird vom Landkreis Göppingen betrieben, aber auch die ESA wirkt daran mit. Die Statistik zeigt laut Noether zudem, „dass bis jetzt vor allem das Thema Mountainbiken stark nachgefragt wurde“, also die Löwentrails. Von diesen Rundtouren sei der neueste Löwentrail, die Schurwaldrunde zwischen Ebersbach und Uhingen mit dem Ebertrail, am beliebtesten.
Was Sehenswürdigkeiten angeht, meint sie: „Jede Tour hat ihre Reize.“ Beispielhaft nennt sie die Albtraufroute mit der Roggenmühle, dem Roggental, dem Filsursprung sowie den Thermalbädern von Bad Ditzenbach und Bad Überkingen. Bei der Östlichen Schurwaldroute gebe es den Herrenbachstausee und den Reinhold-Maier-Turm. Zu sehen seien auf der Dreikaiserbergroute Schloss Donzdorf, die Reiterleskapelle sowie der Stuifen, Rechberg und der Hohenstaufen.
Wenn es darum geht, das Fahrrad fit für den Frühling zu machen, verweist Thomas Gotthardt vom Kreisverband Göppingen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auf Tipps des Bundesverbands. Dieser empfiehlt, das Fahrrad zu putzen und genau in Augenschein zu nehmen. So ließen sich Risse oder Verformungen – etwa am Rahmen – gut erkennen. Auch der Lenker sowie Sattel und Sattelstütze sollten kontrolliert werden. Gibt es Auffälligkeiten, sei es Zeit für einen Besuch in einer Werkstatt.
Bremsen und Kette sollten einwandfrei sein
Besonders auf die Bremsen und die Kette solle geachtet werden, denn hier könnten Defekte gefährlich werden. Die Kette solle von Schmutz befreit und von der Innenseite her geölt werden. Auch Scheinwerfer, Rücklicht und Reflektoren sollten geputzt werden und die Stecker am Dynamo und an den Leuchten fest sitzen. Sinnvoll sei auch, die Einstellung des Scheinwerfers zu prüfen, da dieser Entgegenkommende bei falscher Einstellung blenden könne.
Bei den Reifen solle auf den richtigen Luftdruck geachtet werden. Bei Pedelecs müsse zusätzlich noch der Akku überprüft werden. Sollte dieser nicht funktionieren, sollte auf keinen Fall selbst daran herumgebastelt werden – das sei ein klarer Fall für die Werkstatt. Er rät zudem, vor der Fahrt darauf zu achten, dass Gepäcktaschen fest sitzen, und zu überprüfen, ob der Gepäckträger für das Gewicht der bepackten Taschen ausgelegt ist. Gegebenenfalls müsse der Reifendruck wegen des zusätzlichen Gewichts erhöht werden.
Wenn es vorkommen könne, dass man während der Tour auch mal auf Straßen statt auf Radwegen unterwegs sei, rät er dazu, die Warnweste mitzunehmen. Thomas Gotthard weist auch darauf hin, dass sich laut Statistik mehr als 85 Prozent aller Fahrradunfälle innerorts ereigneten, größtenteils durch Kollisionen mit Autos. Deswegen empfiehlt er Radlern, wenn sie nach einer entspannten Landschaftstour in geschlossene Ortschaften kommen: „Tempo runter und Augen auf.“ Das gelte insbesondere an Straßeneinmündungen, Kreuzungen und beim Vorbeifahren an parkenden Autos.
Ausflügler können den Radwanderbus nutzen. Dieser fährt laut ESA von Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen vom Göppinger und Kirchheimer Bahnhof bis zur Burgruine Reußenstein. Interessierte können zudem vorab den Tourenplaner nutzen unter www.tourenplaner.lk-gp.de.
Fahrradtouren rund um die Region
Langstrecken
Der Fernradweg Schwäbischer Alb-Radweg beginnt in Donauwörth und endet nach 416 Kilometern in Bodman-Ludwigshafen. Unterwegs kommen Radler etwa an der Burg Katzenstein vorbei oder an Schloss Hellenstein in Heidenheim. Der Württemberger Tälerradweg ist insgesamt 273 Kilometer lang und beginnt in Crailsheim. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Quelle Blautopf und das Märklineum in Göppingen. In Letzterem stellt der Hersteller von Modelleisenbahnen historische und neue Modelle aus und gibt einen Überblick über die Geschichte des Unternehmens. Der Tälerradweg endet in Schwäbisch Gmünd.
Löwentrails
Die Schurwald-Runde ist 20 Kilometer lang und liegt zwischen Fils- und Remstal. Die Mordloch-Runde verläuft auf rund 30 Kilometern Strecke zwischen Geislingen, Böhmenkirch und Donzdorf. Die Reußenstein-Runde in Wiesensteig hat fast 20 Kilometer Wegstrecke, geht vorbei am Lauf der Fils und rund um die Ruine Reußenstein. Die Teufelsloch-Runde verläuft mit fast 30 Kilometern rund um Gruibingen und Bad Boll.