Radeln für den guten Zweck: zum 26. Mal bittet die Christiane- Eichenhofer-Stiftung Personen des öffentlichen Lebens in den Fahrradsattel Foto: Archiv/Lichtgut

Im Fahrradsattel werden auf der Tour Ginkgo vom 28. bis zum 30. Juni Spenden für die Lebenshilfe in den Landkreisen Esslingen und Göppingen gesammelt. Der Erlös kommt schwerkranken und behinderten Kindern zugute.

Esslingen/Göppingen - Auch wenn der Startschuss erst am 28. Juni fällt, der Auftakt für die Tour Ginkgo ist bereits gemacht. Am Montagabend sind die Partner, die Sponsoren und die Paten der Benefizveranstaltung auf Schloss Filseck bei Uhingen im Kreis Göppingen über den Sinn und Zweck der Aktion sowie über den ungefähren Streckenverlauf informiert worden. Außerdem wurde den Anwesenden aufgezeigt, in welcher Weise sie zum Gelingen der dreitägigen Benefizrunde beitragen können.

Zum 26. Mal bittet die Christiane- Eichenhofer-Stiftung Personen des öffentlichen Lebens in den Fahrradsattel, wobei zum ersten Mal der Stauferkreis im Zen­trum des Geschehens steht. Unzählige Prominente haben die Tour Ginkgo, bei der Spenden für einen Begünstigten aus der jeweiligen Region gesammelt werden, in der Vergangenheit unterstützt – und so war es keine Frage, dass der Göppinger Landrat Edgar Wolff, aber auch der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen haben.

Erlös an sozialmedizinische Nachsorge und interdisziplinäre Frühförderstelle

Der gesamte Erlös der Tour Ginkgo – im vergangenen Jahr in Stuttgart waren es mehr als 350 000 Euro – fließt heuer an die Lebenshilfe. Genauer gesagt in zwei Bereiche, die von der Organisation in beiden Landkreisen verantwortet werden und die eng miteinander verzahnt sind. Einerseits geht es um die sogenannte sozialmedizinische Nachsorge, die vor allem Familien mit sehr früh geborenen, chronisch oder schwer kranken, aber auch mit behinderten Kindern nach einer Klinikentlassung praktische und theoretische Hilfe anbietet.

Zum anderen wird die interdisziplinäre Frühförderstelle im Kreis Göppingen von den Spenden profitieren, die just dieser Tage in Eislingen neue Räumlichkeiten bezieht. Seit mehr als 25 Jahren gibt es dieses Angebot der Lebenshilfe bereits, das Kinder mit bestehender oder drohender Behinderung heilpädagogisch, logopädisch und ergotherapeutisch in ihrem heimischen Umfeld unterstützt. Parallel dazu werden die Eltern beraten.

Wie notwendig diese Hilfen sind, machten eine Mutter aus Göppingen und ein Vater aus Esslingen den Besuchern der Auftaktveranstaltung eindrucksvoll und in dramatischen Schilderungen deutlich. Ihr gemeinsames Fazit: „Ohne diese Unterstützung hätten wir es nicht geschafft.“ Dass die Lebenshilfe ihrerseits auf Hilfe angewiesen ist, machte der Leiter des Bereichs, Michael Tränkle, deutlich. Nur etwa 70 Prozent der Kosten würden von den Krankenkassen übernommen, erklärte er.

Christiane Eichenhofer: Jeder kann etwas tun

Christiane Eichenhofer wiederum räumte unumwunden ein, dass sie die Dringlichkeit zunächst gar nicht erkannt habe. Doch die Erläuterungen und die Hartnäckigkeit der Lebenshilfe-Verantwortlichen hätten sie schließlich mehr als überzeugt. „Und dann war da ja auch noch Susanne Leinberger, die persönliche Referentin von Landrat Wolff, die sehr aktiv war und einfach nicht lockergelassen hat“, fügte Eichenhofer hinzu.

Die Stiftungsgründerin machte deutlich, dass zur Tour Ginkgo jeder sein Scherflein beitragen könne: Unternehmen und Kommunen, Schulen und Vereine, aber natürlich auch Privatpersonen. „Alle Ideen, die dem guten Zweck dienen, sind uns willkommen“, betonte Eichenhofer. Die Aktionen in der Vergangenheit hätten gezeigt, dass jeder etwas tun könne. „Und zwar nicht nur vom 28. bis zum 30. Juni auf der Tour Ginkgo, sondern schon lange davor und genauso lange danach“, ergänzt Christiane Eichenhofer.

Das Wohl der Kinder im Blick

Seit 1992 sammelt die Christiane Eichenhofer Stiftung Geld- und Sachspenden, um behinderte und schwerkranke Kinder sowie deren Eltern zu unterstützen. Zum einen geht es dabei um die Behandlung und Heilung, aber ebenso um die Schaffung einer Infrastruktur, in der Hilfe überhaupt erst möglich ist. Die Tour Ginkgo steht im Zentrum der Stiftungsarbeit.

Als sie fünf Jahre alt war, wurde bei Christiane Eichenhofer eine Leukämieerkrankung festgestellt. Ihre Chancen zu überleben wurden von den Ärzten als gering eingestuft. Doch Christiane Eichenhofer besiegte den Blutkrebs nach zwölf Jahren. Aus ihren Erfahrungen heraus gründete sie später die Stiftung, deren administrative Tätigkeit durch Paten finanziert wird. Die gesammelten Spenden können daher komplett guten Zwecken zugeführt werden.