Schöner wohnen an der Lenzhalde unterhalb vom Killesberg Foto: Decksmann

Mit Video - Bisher galt für unsere kleine Video-­Reihe „Tour de Stuttgart“: Der Weg ist das Ziel. In der neuen Folge geht es auch um das, was abseits des Weges steht, die Häuser auf Stuttgarts Halbhöhe.

Stuttgart - Mit einem Augenzwinkern ­haben wir unser neues, wieder vom Internetsender Stuggi-TV produziertes Rad-Video „Neid-Tour“ genannt, was den Pedaleur zwangsläufig zum Neid-Rider macht. Aber eigentlich besteht kein Grund zur Eifersucht. Auch wenn man etwa aus dem dicht besiedelten ­Heslach oder dem industriell gefärbten ­Zuffenhausen kommt, als Bürger von Stuttgart kann man stolz sein auf die erhabenen Straßen an den Hängen des Killesbergs oder unterhalb des Fernsehturms – und man kann nur hoffen, dass es auch weiterhin Menschen gibt, die genug Geschmack und Geld besitzen, um den teils alten Baubestand zu erhalten. Nimmt man die Kulisse zum Maßstab, ist dies hier wohl unser bisher teuerstes Video.

Auch wenn wir uns in Folge 10 wenig auf Radwegen bewegen, von Autos wird man unterwegs kaum behelligt. Und wenn, dann halten sich die Fahrer an Tempo 30.

Wir starten im Stuttgarter Westen, am Hölderlinplatz. Wer einen Ausblick haben will, muss naturgemäß erst ein paar Höhenmeter hinter sich bringen. Wir fahren die Zeppelinstraße hoch, biegen nach wenigen hundert Metern nach rechts in den Honoldweg ab, der uns zur Hauptmannsreute bringt, bei der wir uns ebenfalls rechts ­halten.

Die Hauptmannsreute ist eine typische Halbhöhenstraße mit imposanten, frei ­stehenden, nach Südosten ausgerichteten Häusern. Manche Gebäude gleichen kleinen Palästen. Es tauchen auf unserer Strecke aber auch Appartementhäuser neueren Zuschnitts oder schlichte Mehrfamilienhäuser auf. Am Ende der Hauptmannsreute biegen wir links ab in die Lenzhalde, schlängeln uns vorbei am Italienischen Generalkonsulat und biegen rechts ab in die Robert-Bosch-Straße, den nächsten Höhenzug, der ziemlich eben verläuft. Zur rechten Hand gibt es hin und wieder Baulücken, so dass man einen Blick auf die Stadt werfen kann, die an diesem sonnigen Morgen noch unter einer Dunstglocke liegt.

Wir bleiben auf der Robert-Bosch-Straße, bis von links die Parlerstraße einmündet. Auf der gelangen wir, vorbei am legendären Tennisclub Weissenhof, zur Straße Am Kochenhof, in die wir rechts auf einen breiten neuen Radweg abbiegen. Zu unserer Linken sehen wir schon von Weitem den hellen Wohn- und Geschäftsblock, der sich Killesberg Höhe nennt und an diesem Werktagmorgen recht unbelebt wirkt. Nach der Killesberg Höhe biegen wir nach links ab und rollen auf einem Radweg die Stresemann­straße hinab, vorbei an der Außenstelle des feinen Sillenbucher Altenwohnheims ­Augustinum, der Diskothek Perkins Park und an den Resten des unlängst abgebrannten Lokals On Top.

Die Abmoderation haben wir auf dem ­Samarasteg beim Pragsattel gedreht, in der Hoffnung, auf den stehenden Verkehr hinabblicken zu können. Aber der läuft an diesem Morgen erstaunlich gut.

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