24 Stunden ohne Schlaf - Fabio ist bereit für eine Tour de Stuttgart. Foto: PPFotodesign.com

 Beim vierten Teil unserer Videoreihe Tour de Stuttgart fahren wir vom Schlossplatz auf die Waldau nach Degerloch. Erst ging's auf den Berg, dann aufs Eis.

Stuttgart - Jede Folge von Tour de Stuttgart, unsere Kurzfilmreihe für Radfahrer, nimmt eine besondere Strecke ins Visier. Folge vier, wieder produziert vom Internetkanal Stuggi.TV, ist auch aus einem anderen Grund sehenswert: Dieses Mal gingen wir mit Fabio Morrone, 19, auf Tour, einem jungen Stuttgarter, der sich für ein Experiment von Stuggi.TV zur Verfügung stellte.

Fabio behauptete, er könne 72 Stunden wach bleiben – und hat’s am Ende, es dürfte sich herumgesprochen haben, geschafft. Als wir Fabio an einem Sonntagmorgen um neun auf dem Schlossplatz treffen, ist er exakt 24 Stunden auf den Beinen.
Radfahren, sagt er, sei nicht seine Sache, trotz italienischer Vorfahren. Er komme eher vom asiatischen Kampfsport her.

Fabio wirkt durchtrainiert, ein Arzt attestierte ihm, dass bei seiner Verfassung gegen das 72-Stunden-Experiment nichts spreche. Also haben wir uns für eine kurze, aber anspruchsvolle Bergetappe entschieden. Wir starten am Schlossplatz, rollen Richtung Charlottenplatz, Olgaeck.
Dann geht es bergauf, vorbei am City-Hochhaus, die Danneckerstraße hoch zum Bopser. Wir queren die Hohenheimer Straße, gelangen auf dem Gehweg zur Bopserwaldstraße, eine der ­nobelsten Adressen der Stadt.

 

Alle Folgen von "Tour de Stuttgart" finden Sie hier.

Die Bergfahrt bringt Fabio ins Schwitzen, seinen Helm hat er, wie einst Tour-de-France-Fahrer bei Alpenanstiegen, abgenommen, aber zum Reden bleibt noch Luft. Er gehe in die zwölfte Klasse einer Waldorfschule, erzählt er, werde die Schule am ­Ende des Schuljahres wohl verlassen. Er wolle Koch werden, Spitzenkoch.

„Wenn ich was mache“, sagt Fabio, „dann richtig.“ Man kann sich den jungen, drahtigen Burschen gut vorstellen, wie er hinterm Herd wirbelt. Am Waldrand radeln wir rechts weg in die Wernhaldenstraße, eine Sackgasse, von der aus wir in den Wald unterhalb von Degerloch gelangen. Der Anstieg wir flacher, jetzt nur noch links weg aufs Königssträßle und fast schon haben wir unser Fahrziel erreicht: Die Eiswelt auf der Waldau.

Eigentlich wollten wir Fabio mit einer Schlittschuheinlage zum Abschluss unserer Tour aufs Glatteis führen. Was wir nicht wussten: Der Kerl fährt wie der Teufel, ist rückwärts so schnell wie vorwärts, dreht Pirouetten, kreiselt auf dem Eis wie ein Breakdancer. Man hätte das ahnen können: Fabio Morrone könnte auch der Name für eine italienische Eisspezialität sein.

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