Der Wolf bei Stockach (Baden-Württemberg), aufgenommen am 25.06.2017. Foto: Peter Riegel/Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg/dpa

Der Wolf, der Anfang Juli tot aus dem Schluchsee geborgen worden war, stammt ursprünglich aus Niedersachsen. Damit hat das Tier auf seiner Wanderung mehr als 600 Kilometer zurückgelegt.

Stuttgart - Der am 8. Juli im Schluchsee gefundene tote Wolf stammt aus Niedersachsen. Dies berichtete Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Donnerstag in einer Debatte zum Thema „Wolfsmanagement in Baden-Württemberg“ im Stuttgarter Landtag. Nach Angaben des Senckenberg-Instituts für Wildtiergenetik handele es sich bei dem Tier um einen von drei Welpen, die im vergangenen Jahr im mehr als 600 km vom Schluchsee entfernten Schneverdingen in Niedersachsen nachgewiesen wurden. Der Wolf sei unter dem Kennzeichen GW 630 M registriert und der zentraleuropäischen Flachlandpopulation zuzurechnen.

Man können an diesem Wolf einiges an Erkenntnissen ableiten. „Die Entfernung zwischen Schneverdingen und Schluchsee beträgt 600 km Luftlinie“, sagte Untersteller. Daran könne man sehen, wie weit diese Tiere wandern, und dies auch in einem so dicht besiedelten Land wie der Bundesrepublik. Der Minister ergänzte: „Und dass es da durchaus auch Chancen für Wölfe gibt, zu überleben.“ In Niedersachsen und Thüringen soll es jeweils um die 100 Wölfe geben, in Brandenburg mehr als 150 Tiere. In Baden-Württemberg, wo der Wolf seit 1866 ausgestorben war, sind seit 2015 vier Tiere gesichtet worden.

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