Die Tiere auf dem Erligheimer Hof sind verhungert und verdurstet. Foto: Peta Deutschland e.V.

Die Rinder, Schweine und Hühner, die auf einem Hof in Erligheim verhungert und verdurstet sind, sind noch immer nicht abtransportiert worden. Die Bergung gestaltet sich offenbar schwierig.

Mehr als eine Woche nachdem auf einem Bauernhof in Erligheim (Kreis Ludwigsburg) 17 tote Tiere entdeckt worden sind, befinden die Kadaver noch immer in ihrem Stall. Nach Angaben der Tierrechtsorganisation Peta, liegen sämtliche Tiere „unverändert in einem Gemisch aus meterhohen Fäkalien, Maden und Leichenwasser“. Peta fordert das Ludwigsburger Landratsamt auf, die Kadaver endlich abzutransportieren – aus Pietätsgründen, vor allem aber aus Gründen des Seuchenschutzes. Die Tierkörper, so die Organisation, seien inzwischen bevölkert von Fliegen und Maden, zudem sickere Leichenwasser aus dem Gebäude.

 

Schwierige Bergung

Wie das Ludwigsburger Landratsamt auf Anfrage mitteilt, beginnt die Bergung der Tiere „in Kürze“. Wegen der baulichen Situation des Stalles und der Tierkörper darin gestalte sich die Bergung „äußerst schwierig“. In den vergangenen Tagen habe es Gespräche mit verschiedenen Spezialfirmen gegeben, inzwischen sei eine Lösung gefunden worden. Die Tierkörper werden im Auftrag des Zweckverband Neckar-Franken abtransportiert, der für tierische Nebenprodukte zuständig ist. Er betreibt in Hardheim eine Tierkörperbeseitigungsanlage.

Eine Seuchengefahr besteht nach Angaben des Landratsamt nicht, da die Tiere nicht an einer Seuche gestorben sind.

Persönliche Ausnahmesituation

Die toten neun Rinder, fünf Schweine und drei Hühner waren am Mittwoch vergangener Woche von einer Nachbarin der Polizei gemeldet worden. Zwei Tage später machte das Landratsamt den Fall öffentlich. Die Tiere waren verhungert und verdurstet. Der Tierhalter, der den Hof im Nebenerwerb betreibt, habe sich in einer persönlichen Ausnahmesituation befunden, erklärte die Behörde. Sie hat inzwischen ein Tierhaltungsverbot gegen ihn ausgesprochen. Außerdem wird wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Der Mann war bislang für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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Das Landratsamt, bei dem das Veterinäramt angesiedelt ist, steht in der Kritik, weil es nicht früher reagiert habe. Regelmäßig hatten sich Anwohner unter anderem wegen der schreienden Tiere beschwert. Tatsächlich ist der Hof „engmaschig“ kontrolliert worden, allein im vergangenen Jahr acht Mal. Dabei seien zwar hygienische Mängel festgestellt und beanstandet worden. Nichts jedoch habe darauf schließen lassen, dass die Tiere in Lebensgefahr sind, erklärte das Amt auf Nachfrage. Es habe keine Gründe gegeben, die eine Wegnahme der Tiere gerechtfertigt hätten.