Vier Meter lang ist der Python, der am Donnerstag tot auf einem Parkplatz an der B29 bei Lorch gefunden wurde. Foto: dpa

Ein Autofahrer entdeckt auf einem Parkplatz an der B29 eine tote Riesenschlange. Die Polizei will den Besitzer des Pythons ermitteln. Wurde dem Tier die Kälte zum Verhängnis?

Lorch - Auf einem Parkplatz neben der Bundesstraße 29 bei Lorch im Ostalbkreis ist am Donnerstag ein vier Meter langer toter Python gefunden worden. Einer Expertin zufolge ist nicht auszuschließen, dass der Tigerpython auf dem Rastplatz erfroren sei.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, habe ein Autofahrer die mehrere Meter lange Würgeschlange entdeckt und die Beamten verständigt. Eine Streife fand das Tier zusammengeringelt in "parkplatzüblichem Unrat" liegend auf einer Grünfläche neben dem Parkplatz.

Riesenschlange beherzt angepackt

Da zunächst unklar war, ob die Schlange sich wegen der Kälte nicht bewegte oder schon tot war, griffen die Beamten dem Bericht zufolge beherzt zu und entrollten das Tier, das darauf aber nicht reagierte. Eine Amtstierärztin des zuständigen Veterinäramts konnte nur noch den Tod der Riesenschlange feststellen.

Ermittlungen der Polizei sollen nun klären, ob Verstöße gegen das Artenschutzgesetz und gegen das Tierschutzgesetz vorliegen. Zumindest ein Verstoß gegen das Tierkörperbeseitigungsgesetz liege nahe, so die Polizei. Die Beamten versuchen nun, den Besitzer der Schlange zu ermitteln. "Da der Python keinen Chip implantiert hat wie ein Hund oder eine Katze, sind wir auf die Aussagen von Zeugen angewiesen", so ein Sprecher der Polizei am Freitagvormittag. Bislang habe sich jedoch noch niemand gemeldet.

Wurde dem Python die Kälte zum Verhängnis?

Grundsätzlich ist das Halten der meisten Pythonarten erlaubt, sofern die Tiere nachweislich aus einer Nachzucht stammen. "Schlangenhalter müssen sich nicht registrieren lassen - es sei denn sie züchten und handeln mit den Tieren gewerbsmäßig", stellt die Leiterin des zuständigen Veterinäramts im Ostalbkreis, Dr. Martina Bühlmeyer, klar. Dies sei allerdings erst der Fall, wenn mehr als hundert Jungtiere im Jahr gezüchtet werden.

Das gefundene Tier, ein dunkler Tigerpython, der in Afrika, Australien und Südostasien vorkomme, stehe allerdings unter Artenschutz - und sei somit meldepflichtig. Sichtbare Verletzungen habe das Tier nicht aufgewiesen.

Unklar ist bislang, ob das Tier auf dem Parkplatz gestorben sei oder dort tot entsorgt wurde. "Leider ist es fraglich, ob dies überhaupt geklärt werden kann", so die Leiterin des Veterinäramts weiter. Bei nächtlichen Temperaturen um die 0 Grad sei jedoch nicht auszuschließen, dass das Tier auf dem Parkplatz verendet sei: "Diese Kälte kann für einen Python durchaus tödlich sein."

Die Polizei nimmt unter der Telefonnummer 07181/2040 Hinweise entgegen. Dabei sind vor allem Beobachtungen am Fundort von Belang sowie Hinweise auf Schlangenhalter, die einen Python dieser Größe besaßen.

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