Die Torwiesenschule ist verwaist in Zeiten von Corona. Foto: Michael Steinert

Eine Umfrage an der Torwiesenschule in Stuttgart-Heslach offenbart die große Zufriedenheit der Schüler, Lehrer und Eltern des Fernunterrichts während der Pandemie. Manches wird man an der inklusiven Schule evangelischer Prägung in den normalen Zeiten beibehalten.

S-Süd - Das Homeschooling in den vergangenen Monaten hat die Selbstständigkeit der Schüler gefördert. So lautet das Ergebnis einer Umfrage an der Torwiesenschule. Und nicht nur an der inklusiven Schule in Heslach fiel die Befragung so erfreulich aus, sondern auch an anderen evangelischen Schulen des Landes, an denen das Evangelische Schulwerk Baden und Württemberg per Fragebogen nachgehakt hatte.

Lob für engagierte Lehrer

Schulleitungen, Lehrkräfte, Schüler und Eltern hatten Fragen zum Fernunterricht anonym und online beantwortet. Es ging um technische Ausstattung, Internetzugang, digitale Bildungsangebote, Lernplattformen und die Begleitung der Schüler. Die Rückmeldungen für die inklusive Torwiesenschule spiegelten „eine hohe Zufriedenheit mit der Betreuung und dem pädagogischen Umgang – und zwar auf Seiten der Eltern wie der Schülerinnen und Schüler“, teilt Hannah Kaltarar mit, stellvertretende Pressesprecherin der Diakonie Stetten. So hätten fast 74 Prozent der befragten Eltern das große Engagement der Lehrkräfte gelobt. 48 Prozent fanden, dass es ihren Kindern in schulischer Hinsicht gut gehe, für 46 Prozent traf das immerhin „eher“ zu. 72 Prozent der Eltern hatten den Eindruck, dass die Lehrkräfte immer rasch reagierten.

Anfangs sei man skeptisch gewesen, ob der Fernunterricht funktionieren würde, gibt die Schulleiterin des Realschulbereichs an der Torwiesenschule, Sabine Aab, zu. Doch dann lief’s: Per Videokonferenzsystemen konnten sich die Schüler etwa in den Raum des Lehrers einwählen oder virtuelle Klasszimmer betreten, wo sie Gruppenarbeiten erledigten. „Dadurch konnten der strukturierte Tagesablauf und soziale Kontakte weitestgehend aufrechterhalten werden“, berichtet Sabine Aab. Arbeitsmaterialien wurden auf Plattformen hochgeladen, jeder Schüler hatte seinen Account. „Wir haben auch im Realschulbereich weiterhin inklusiv gearbeitet. So gab es den gemeinsamen Klassenrat, bei dem sich alle über die Woche austauschten“, sagt die Schulleiterin.

Homeschooling als Blaupause

Das Lernen blieb abwechslungsreich: So wurde im Unterricht das Thema Märchen filmisch verarbeitet. „Die Schüler ohne Behinderungen haben für die Schüler mit Behinderungen Filme darüber gedreht. Von den Schülern mit Behinderungen gab es ebenfalls positive Rückmeldungen zum Unterricht“, so Aab. Im Fach Hauswirtschaft wurden Kochrezepte probiert, die Resultate fotografiert und hochgeladen, dass allen das Wasser im Munde zusammenlief. In der Sportstunde turnte der Lehrer vor der Kamera vor und die Schüler zuhause nach.

Und was bleibt von alle dem nach Corona? „Die Medienkompetenz der Schüler hat sich in kurzer Zeit verbessert. Wir sehen darin jetzt auch Chancen, dass die Schüler bei Krankheit zum Beispiel eine Stunde am Tag am Unterricht teilnehmen können oder dass jede Klasse pro Woche einen Tag online unterrichtet wird“, sagt Schulleiterin Sabine Aab.

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