Vor allem Sven Ulreich (21) braucht im Derby gegen 1899 Hoffenheim wohl sehr gute Nerven. Denn höchstwahrscheinlich wird der Keeper den gesperrten Jens Lehmann im Tor vertreten.

Stuttgart - Barcelona, Madrid oder Manchester? Wer dem VfB an diesem Freitag als Gegner für das Champions-League-Achtelfinale zugelost wird, ist VfB-Trainer Christian Gross momentan noch ziemlich egal. Seine Konzentration gilt einzig dem letzten Hinrundenspiel gegen 1899 Hoffenheim an diesem Samstag.

Vor allem Sven Ulreich (21) braucht im Derby gegen 1899 Hoffenheim wohl sehr gute Nerven. Denn höchstwahrscheinlich wird der Keeper den gesperrten Jens Lehmann an diesem Samstag (18.30 Uhr/live auf Sky und Liga Total) im Tor der Roten vertreten. Es wäre Ulreichs erstes Bundesligaspiel seit dem 31. Mai 2008 (2:2 gegen Arminia Bielefeld) und sein zwölftes insgesamt.

So ganz wollte sich Christian Gross zwar noch nicht festlegen, wer in seiner Gunst derzeit die besseren Karten hat, machte der VfB-Cheftrainer aber deutlich. "Sven hat Vorteile gegenüber Alexander Stolz, auch wenn beide fabelhafte Torhüter sind", sagte Gross am Donnerstag. Der Coach hat beide Keeper in dieser Woche besonders intensiv beobachtet und sich intensiv mit Torwarttrainer Ebbo Trautner ausgetauscht. Sein vorläufiges Urteil: " Sven hat aufgrund seiner Präsenz, der Art wie er dirigiert und seiner Strafraumbeherrschung die Nase etwas vorn." Vor dem Spiel will sich Gross nochmals abschließend mit Trautner beraten - doch Alexander Stolz (26) dürfte sich bereits jetzt kaum mehr Hoffnungen machen, im Jahr 2009 doch noch zu seinem ersten Bundesligaeinsatz zu kommen.

So oder so erwartet Christian Gross an diesem Samstag ein emotionales Spiel. "Wir brauchen drei Punkte", betonte der Schweizer, der auch gegen die Südbadener ohne seine Mittelfeld-Spieler Zdravko Kuzmanovic (muskuläre Probleme im Oberschenkel) und Thomas Hitzlsperger (Muskelfaserriss im Oberschenkel) auskommen muss. "Das wird eine intensive Auseinandersetzung, in der wir nur mit einer konzentrierten, aggressiven und effizienten Spielweise bestehen können", sagte Gross.

Dass sich an diesem Freitag in Nyon entscheidet, wer der Achtelfinalgegner der Roten in der Champions League wird, geht in der vollen Konzentration auf das letzte Hinrundenspiel fast unter. "Die Champions League ist für uns nur ein Zusatz. Uns erwartet in der Rückrunde ein ganz harter Kampf gegen den Abstieg. Gegen wen wir da im Februar in der Königsklasse antreten, damit brauchen wir uns in der heutigen Situation noch nicht zu beschäftigen", sagte Gross. Die Auslosung (12 Uhr/live bei Eurosport) wird der Coach selbstverständlich trotzdem verfolgen. Einen Wunschgegner hat er nicht. "Das sind alles so hochkarätige Clubs. Für uns ist es wichtig, dass das Stadion voll ist." Und dass sich der VfB bis zu den Spielen (Hinspiel: 16./17. Februar 2010 oder 23./24 Februar 2010, Rückspiel: 9./10. März 2010 oder 16./17. März) zumindest wieder etwas Abstand zu den Abstiegsrängen verschafft hat.

Drei Punkte gegen 1899 Hoffenheim sind dafür Pflicht.

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