Für den VfB-Torwart Alexander Nübel wäre der DFB-Pokalsieg in Berlin der größte Höhepunkt seiner bisherigen Karriere. Foto: /Contrast

Nach der Vizemeisterschaft kann Alexander Nübel im zweiten Jahr beim VfB mit dem DFB-Pokal einen Titel gewinnen. „Das hatte ich mir so auch nicht erträumt“, sagt der Torwart.

Von seiner Art her ist der VfB-Torhüter Alexander Nübel ein in sich ruhendes Naturell. Ein ostwestfälisches Gemüt eben, geboren in Paderborn, das rund 50 Kilometer entfernt von Bielefeld liegt. Doch vor dem Pokalduell vom Samstag gegen die Arminia kribbelt es auch beim Stuttgarter Schlussmann, der (vorerst) bis 2026 vom FC Bayern ausgeliehen ist, wo er einen Vertrag bis 2030 besitzt. „Endlich ist die Woche da“, sagt Nübel mit Blick aufs DFB-Pokalfinale: „Ich freue mich extrem drauf.“

 

Auf Schalke hat der 28-Jährige gespielt, zwei Jahre in Frankreich bei AS Monaco – ehe er im Sommer 2023 zum VfB kam. 2021 wurde Nübel mit den Bayern zwar Meister, hatte in jener Saison aber nur eine Partie absolviert, es war das vorletzte Saisonspiel in Freiburg. Daher steht für den Schlussmann schon vor dem Anpfiff in Berlin fest: „Wenn wir das Finale gewinnen, dann steht es bei mir ganz klar an erster Stelle meiner Karriere“, sagt Nübel: „Ein Titelgewinn, der setzt so viele Emotionen frei. Das gemeinsam mit den tollen VfB-Fans zu erleben, das würde bei mir ganz oben landen.“

Schon jetzt hat Nübel seinen Entschluss, sich dem VfB anzuschließen, nicht bereut: „Ich bin sehr happy und sehr froh, dass ich beim VfB bin. Ich habe mit dieser Entscheidung nichts falsch gemacht“, sagt der 1,93-Meter-Mann: „Ich bin auch außerhalb des Fußballs glücklich – und das ist das, was zählt. Fußball ist wichtig, aber nicht das Wichtigste.“ Nach der Vizemeisterschaft dürfe er ich jetzt mit dem VfB um einen Titel spielen. „Das hatte ich mir so auch nicht erträumt.“

Durch die Ergebniskrise in den Monaten von Februar bis April, als man in zwölf Spielen nur neun Punkte holte, hat sich der VfB in der Bundesliga allerdings selbst um den Lohn gebracht: „Wir haben in der Liga zu viele Punkte liegenlassen – und in dieser Saison, da kann ich für meinen Bereich sprechen, auch deutlich zu viele Gegentore kassiert“, sagt der Nationaltorwart selbstkritisch, der diesmal in der Bundesliga 53-mal nach in der Vorsaison nur 39-mal hinter sich greifen musste: „ Wenn wir da konsequenter gewesen wären, würden wir in der Tabelle weiter oben stehen.“

Doch für Nübel haben er und die Kollegen die Kurve noch rechtzeitig vor dem großen Finale bekommen: „Im Fußball bringen Ergebnisse die größte Stabilität. Als wir diesen Negativtrend hatten, war es das oberste Ziel, wieder in den Flow zu kommen“, sagt der 28-Jährige: „ Das haben wir zu einem großen Teil hinbekommen – und es tat gut, dass wir wieder in unseren Abläufen drin sind. Das ist sehr wichtig im Hinblick auf das Pokalfinale.“

Vor dem großen Spiel hat sich der Schlussmann mit seinen Torhüter-Kollegen Fabian Bredlow und Stefan Drljaca unter der Leitung des Torwarttrainers Steffen Krebs auf alle Eventualitäten vorbereitet: „Wir gucken uns alles sehr gut an, direkte Freistöße, Standards – und natürlich auch Elfmeter“, sagt Nübel – und muss ein wenig Grinsen: „Einen Zettel brauche ich für den Fall eines Elfmeterschießens aber nicht. Wir sind vorbereitet. Und mein Ziel ist es, mir alles im Kopf zu merken.“

Dass es im Falles des Titels die Europa League und eine erneute Teilnahme am deutschen Super-Cup als Zugabe oben drauf gäbe, ist Alexander Nübel klar: „Natürlich wollen wir alle international spielen. Und wissen, wie wichtig die Europa League auch für den Verein und die Fans ist“, sagt der VfB-Torwart: „Aber der Pokal steht bei mir ganz klar an oberster Stelle. Ich spiele in Berlin um den Titel. Wenn man den gewinnt, dann bleibt man bei den Fans und dem Club ja für eine lange Zeit in Erinnerung.“