Glückwünsche von den Mitspielern für Marcel Halstenberg (rechts) Foto: AFP

Marcel Halstenberg erzielt das Führungstor beim 2:0-Sieg der Nationalelf in Nordirland. Der linke Verteidiger von RB Leipzig brauchte viel Anlauf, um dort anzukommen, wo er heute ist.

Belfast - Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Die deutsche Fußball-Nationalelf und ihre Linksverteidiger, das ist in den vergangenen Jahren eine unendliche Geschichte – und manchmal mangels Qualität eine recht schlimme.

Der Dortmunder Marcel Schmelzer durfte sich in grauer Vorzeit mal versuchen, dann ist da noch der Kölner Jonas Hector, der Berliner Marvin Plattenhardt war bei der WM 2018 dabei, aktuell hat der Neu-Dortmunder Nico Schulz die Nase vorne. Im EM-Qualifikationsspiel am Montagabend in Belfast gegen Nordirland (2:0) fehlte er aber verletzt, was eine Chance für den Leipziger Marcel Halstenberg bedeutete.

Halstenberg nutzte sie zunächst nicht – bis die 48. Minute anbrach. Ein Schuss, ein Strich, ein Traumtor in den Winkel: die linke Klebe des Leipzigers nach einer Flanke seines RB-Clubgefährten Lukas Klostermann brachte den lauten Windsor-Park von Belfast zum Verstummen.

Ein Volltreffer als Dosenöffner

„Ich treffe den Ball einfach überragend. Das hat so ein bisschen die Dose geöffnet“, sagte Halstenberg. „Es war ein schweres Spiel. Es war hier mit der Kulisse nicht einfach.“ Der Führungstorschütze, der bei Hannover 96 ausgebildet wurde, ist in der jungen neuen deutschen Nationalelf einer der Ältesten. 27 ist er bereits und anders als die vielen Himmelstürmer um ihn herum brauchte er viel Anlauf, um dort anzukommen, wo er heute ist. Nach Stationen bei Hannover 96 II, Borussia Dortmund II und dem FC St. Pauli begann sein später Aufstieg mit dem Wechsel anno 2015 innerhalb der zweiten Liga zu RB Leipzig. Mit dem Club aus Sachsen kletterte der 1,88-Meter-Mann in die Bundesliga und wurde 2017 Vizemeister.

Halstenberg ist für seine Schussstärke bekannt

Der Niedersachse ist ein klassischer RB-Abwehrmann. Kräftig, dynamisch, schnell, aber technisch nicht der Stärkste. Im November 2017 wurde Spätzünder Halstenberg sechs Wochen nach seinem 26. Geburtstag erstmals von Bundestrainer Joachim Löw in den Kreis der Nationalmannschaft berufen und debütierte im Test gegen England (0:0). Die Partie gegen Nordirland war sein viertes Länderspiel. Erstmals stand er dabei in einem Pflichtspiel der deutschen Auswahl in der Startelf – und bedankte sich auf seine Weise.

Halstenberg ist für seine Schussstärke bekannt, er erzielt in Leipzig immer wieder mal ein sehenswertes Tor, was er in Belfast auch im Nationaltrikot eindrucksvoll bewies. Die Haltungsnoten bei seiner Volleyabnahme waren perfekt – eine linke Klebe wie man sie von Lukas Podolski kennt. Und ein ganz entscheidendes Tor für die Nationalmannschaft. „Klasse gemacht“, fand auch Joachim Löw: „Das Tor war super herausgespielt.“

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