Beim 4:0 des VfB Stuttgart in Bremen überzeugt Alexander Nübel mit einer starken Vorstellung. Hinterher verrät der Torhüter, ab wann er sich Gedanken über seine Zukunft macht.
Zuletzt hat Alexander Nübel ja nicht immer die beste Figur abgegeben. Beim 4:1 unter der Woche gegen Maccabi Tel Aviv sah der Torhüter des VfB Stuttgart beim Gegentreffer nicht besonders gut aus. Und erst recht nicht am vorangegangen Bundesliga-Wochenende. Das 0:5 gegen den FC Bayern München war so gar nicht das Spiel des Nationaltorhüters. Und das ausgerechnet gegen den Verein, von dem er noch bis Sommer an den VfB ausgeliehen ist.
Umso mehr durfte sich der 29-Jährige am Sonntagabend beim 4:0 in Bremen über eine richtig gute Leistung freuen. Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, hätte Nübel die Gäste in der Anfangsphase nicht mit einigen starken Paraden vor einem Rückstand bewahrt. „So muss es weitergehen“, meinte der Torwart hinterher und bezog die Aussage sowohl auf seine Mannschaft vor dem abschließenden Spiel gegen die TSG Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr) als auch auf sich persönlich.
Um ihn persönlich ging es in der anschließenden Fragerunde nach dem Bremen-Spiel ebenfalls. Beziehungsweise um seine Zukunft. Hatte Nübel die Reporter nach dem Bayern-Debakel noch ins Leere laufen lassen, bezog der Ostwestfale dieses Mal Stellung. „Es ist alles offen“, sagte Nübel mit Blick auf die Zeit über den kommenden Sommer hinaus. Zur Erinnerung: Das Leihgeschäft mit dem VfB endet im Juni. Bei den Bayern, die einen Großteil des üppigen Gehalts von rund zehn Millionen Euro bezahlen, läuft Nübels Vertrag noch bis 2029. Noch immer ist unklar, wie es mit Manuel Neuer weitergeht. In dem jungen Jonas Urbig bringt sich ein Nachfolger immer mehr in Stellung. Beim VfB heißt der designierte Nübel-Nachfolger Dennis Seimen, der aktuell beim SC Paderborn eine starke Leih-Saison spielt. Mit anderen Worten: Für Alexander Nübel ist in der kommenden Saison nirgends so recht Platz – weder in Stuttgart noch in München. Am wahrscheinlichsten gilt derzeit ein Wechsel zu einem anderen Verein.
Noch will sich die aktuelle Nummer zwei in der Nationalmannschaft damit nach eigenen Angaben aber nicht befassen. Er „hoffe“, sagte Nübel am Sonntagabend, „dass wir im DFB- und im Europapokal noch ganz weit kommen. Dann fange ich an, nachzudenken.“ Also irgendwann im Frühjahr. Ob dem so ist, sei einmal dahin gestellt. Hinter den Kulissen werden die Weichen sicher längst gestellt. Nübel selbst kann nach eigenem Bekunden mit den ständigen Spekulationen sehr gut leben. „Ich bin ja jetzt schon länger dabei. Seit ich bei Bayern bin, gibt es immer irgendwelche Duelle, Gerüchte und Spekulationen. Das gehört dazu“, sagte die Nummer eins des VfB mit einem zufriedenen Gesicht und verabschiedete sich mit folgenden Worten aus Bremen: „Jetzt habe ich in Stuttgart erst noch einmal eine schöne Rückrunde vor mir.“
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