Bewohner von Sotschi stellen in Gedenken an die Opfer des Absturzes Kerzen auf. (Archivfoto) Foto: EPA

Laut dem russischen Militär sei es zum Absturz der Tupolew über dem Schwarzem Meer wegen „anormalen Funktionierens“ gekommen. Eine Explosion an Bord werde ausgeschlossen - ein Terroranschlag allerdings nicht.

Moskau - Die russischen Ermittler haben nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine Explosion in der am Sonntag ins Schwarze Meer gestürzten Militärmaschine gefunden. Generalleutnant Sergej Bainetow sagte am Donnerstag: „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine Explosion an Bord gegeben hat.“ Die Möglichkeit eines Anschlags werde „dennoch noch nicht verworfen“.

Bei dem Absturz der Tupolew-154 kurz nach dem Start von Sotschi nach Syrien waren alle 92 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Beide Flugschreiber wurden geborgen. Der Stimmenrekorder enthalte Äußerungen des Piloten, die auf eine „besondere Lage“ hindeuteten, sagte Bainetow, der die Kommission zur Untersuchung des Absturzes leitet. Das Flugzeug sei 70 Sekunden nach dem Start aus einer Höhe von 250 Metern abgestürzt. Ersten Erkenntnissen aus der Auswertung des Flugdatenschreibers zufolge habe es kein offensichtliches technisches Versagen gegeben.

Keine Hinweise auf Terroranschlag oder Sabotageakt

Bainetow sagte, ein Terroranschlag müsse nicht unbedingt mit Sprengstoff ausgeführt werden. Mehrere Faktoren könnten den Absturz herbeigeführt haben. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hatte zuvor erklärt, ihm lägen keine Hinweise auf die Möglichkeit eines Terroranschlags oder eines Sabotageakts vor.

Verkehrsminister Maxim Sokolow sagte, „die Version eines Terroranschlags wird nicht als die Hauptversion betrachtet“. Bis zum Donnerstag seien 19 Leichen und mehr als 230 Leichenteile geborgen worden. Auch 13 größere und rund 2000 kleinere Teile des Flugzeugs seien aus dem Wasser geholt worden.

Unter den Passagieren waren Mitglieder des weltbekannten Alexandrow-Militärchores sowie die für ihre wohltätige Arbeit bekannte russische Ärztin Jelisaweta Glinka und mehrere Journalisten. Die Musiker sollten für russische Soldaten in Syrien ein Neujahrskonzert geben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: