Marlies Möller ist Promi-Stylistin und gehört laut eigener Aussage zu den besten Friseuren in Hamburg. Foto: privat

Haarfarben wie die Macarons-Auslage einer Konditorei: Rosa, Hellblau, Apricot trägt man jetzt in Strähnen oder großflächig auf dem Kopf. Woher der Trend kommt, erklärt die Hamburger Promi-Friseurin Marlies Möller im Interview.

Stuttgart - In diesem Frühjahr trägt man die Haare Rosa, Hellblau, Mintgrün oder Apricot. „Grown Up Pastell“ heißt der Trend, den unter anderem der US-Designer Marc Jacobs gesetzt hat. Auch Stars wie Julia Roberts oder Lady Gaga ließen sich bereits mit den Zuckerwatte-Farben im Haar sehen. Was Experten zum Pastell-Haartrend sagen, erklärt die Hamburger Star-Friseurin Marlies Möller. Sie ist Promi-Stylistin, gehört laut eigener Aussage zu den besten Friseuren in Hamburg und betreibt sechs Marlies-Möller-Salons, drei in der Hansestadt, einen in Düsseldorf, in Hannover und einen auf Mallorca.

Frau Möller, erklären Sie uns bitte den Trend „Grown-Up Pastell“.

Grown-Up Pastell bezeichnet die neuen Trendfarben: kein Manga-Look in Pink, keine mädchenhafte Niedlichkeit mit rosa Zöpfen, sondern ein „Look für Erwachsene“, wahlweise in elegant oder lässig. Elegant in der Langhaar-Version, lässig eher in raspelkurz.

Sind Pastelltöne wie Apricot, Rosa oder Hellblau nur etwas für jüngere Frauen?

Generell würde ich sagen, dass die Pastell-Töne nur bedingt für die Generation 50 Plus zu empfehlen sind. Es kommt aber immer auf den Typ Frau an, Extravaganz kennt kein Alter. Alle Jüngeren, die ein sehr helles Blond tragen, können einen Pastellton mit einer Tönung erreichen.

Woher kommt der Trend?

Generell entsteht ein Trend meistens in inspirierenden Metropolen. Stars, wie Lady Gaga, sind Trendsetter. Aber auch aus Ibiza schwappt mancher Trend in die große weite Welt.

Die Schauspielerin Emma Mackey aus der Netflix-Hitserie „Sex Education“ hat mit ihrem etwas schlampig wirkenden Rosa-Blond den Trend erweitert. Wer kann das tragen?

Auch hier gilt: eher stylische, junge Frauen. Und immer wieder trifft die Aussage zu: Wenn es zum eigenen extravaganten Look passt, gibt es kein Alter.

Geht der Trend insgesamt in Richtung „edgy“, schlampig, punkig?

Der „unperfekte Look“ ist schon länger auf den Köpfen zu sehen. Wobei sich „unperfekt“ nur auf das Aussehen bezieht, nicht auf die handwerkliche Arbeit.

Stars wie Lady Gaga oder Kylie Jenner sah man unlängst mit hellblauen Haaren, ein paar Tage später sind sie wieder Blond. Wie geht das?

Oft sind es bei den Stars Tonspülungen, Sprühtöne, Farbsprays, die schnell – auch manchmal nur für einen Abend – aufzutragen und später wieder auszuspülen sind.

Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Tinsel Hair“?

Wörtlich übersetzt bedeutet Tinsel Lametta oder Flattergold. Dieser Begriff trifft es eigentlich recht gut: Beim Tinsel-Hair-Look schimmern die Haare nur in partiellen Strähnen in Rosa oder Apricot – so wie das Lametta zwischen den Tannenzweigen.

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