Tony Bennett im April 2019 Foto: lev radin/Shutterstock.com

Die Familie des Entertainers und Jazzsängers Tony Bennett hat dessen Kampf gegen eine Alzheimer-Erkrankung öffentlich gemacht. Das Leben betrachte er weiterhin als "ein Geschenk".

Der US-Entertainer und Jazzsänger Tony Bennett (94) ist an Alzheimer erkrankt. "Das Leben ist ein Geschenk - sogar mit Alzheimer", lässt der offizielle Twitter-Account des 94-Jährigen verlauten und bedankt sich bei der American Association of Retired Persons (AARP), die zuvor einen Artikel veröffentlicht hat, in dem auch Bennetts Familie zu Wort kommt.

Sein Gesicht war "maskengleich"

Als Bennetts Ehefrau Susan (54) ihren Ehemann auf den Autor des Artikels, John Colapinto, hingewiesen habe, der zu Besuch war, habe der Gesichtsausdruck des Sängers fast durchgängig eine "maskengleiche Unempfindlichkeit" gezeigt. "Das ist John, Tone", habe sie Colapinto vorgestellt. Ausdruckslos habe der Entertainer ihn angesehen und sich wieder seinem Buch gewidmet.

Die Erkrankung sei demnach erstmals 2016 bei Bennett diagnostiziert worden. Seither soll die Krankheit immer weiter vorangeschritten sein. Unter einer mit Alzheimer womöglich einhergehenden Wut oder Depressionen leide er bisher nicht. Gleichzeitig erkenne der Entertainer laut seiner Ehefrau zwar noch Familienmitglieder, er sei sich aber manchmal nicht ganz im Klaren darüber, wo er sich gerade befinde oder was um ihn herum vor sich gehe. Auch simple Konzepte wie eine Gabel oder Haustürschlüssel seien für ihn manchmal ein Mysterium.

Neues Album mit Lady Gaga

Deutliche Anzeichen für die Erkrankung habe Bennett auch bei den Aufnahmen für ein neues Album mit Lady Gaga (34) gezeigt, das laut des Artikels im Frühjahr erscheinen soll und in zahlreichen Sessions zwischen 2018 und 2020 entstanden sei. 2014 veröffentlichten die beiden bereits ihr gemeinsames Album "Cheek to Cheek".

In Mitschnitten von den Studioaufenthalten spreche der Sänger kaum, wirke manchmal etwas verloren. Gaga halte sich im Gespräch mit Bennett, den sie unter anderem als Mentor, Freund und Vaterfigur bezeichnet, ebenso stets kurz. Sie scheine sich offenbar der Lage bewusst. "Du klingst so gut, Tony", habe sie an einem Punkt erklärt. Seine einfache Antwort: "Danke".