Tom Wlaschiha mit seiner Filmpartnerin Silke Bodenbender Foto: ARD

Mit „Game of Thrones“ hatte Tom Wlaschiha seinen Durchbruch. Jetzt spielt er in der ARD-Ehekomödie „Eltern und andere Wahrheiten“ einen braven Papa, und manchmal langweilt er sich beim Drehen ein wenig.

Berlin - Wenn deutsche Schauspieler Karriere machen wollen, dann müssen sie sich meist im Ausland verdingen. Hierzulande fehlt es den großen Sendeanstalten immer noch an Mut für Innovatives, meint Tom Wlaschiha, den es gleichwohl in heimische Gefilde zurück­gezogen hat.

Herr Wlaschiha, die international erfolgreiche Serie „Game of Thrones“, in der Sie einen geheimnisvollen Killer spielen, hat Sie einem breiten Publikum bekannt gemacht. Wann haben Sie das erste Mal gemerkt, dass Sie berühmt sind?
Ich war ja zum ersten Mal bei der zweiten Staffel dabei. Als die ausgestrahlt wurde, habe ich schon gemerkt, dass ich öfter auf der Straße erkannt und von Leuten angesprochen werde. Seitdem ist es mit jeder weiteren Staffel stetig gewachsen. Was soll ich sagen? Für einen Schauspieler ist es natürlich ein Geschenk, eine solche Rolle zu kriegen, denn man lebt ja auch vom Bekanntheitsgrad.
Dürfen Sie verraten, ob Sie in der siebten Staffel dabei sein werden, die im Juli startet?
Ich darf dazu nichts sagen. Ich weiß gar nicht, ob es explizit in meinem Vertrag steht, es ist aber ein ungeschriebenes Gesetz, dass man als Darsteller in einer Serie, die von der Spannung lebt, nichts verrät. Wenn ich mich doch mal verplappern würde, müsste ich wahrscheinlich einen sehr unangenehmen Serientod sterben (lacht).
Herrscht auch bei den Dreharbeiten zu „Game of Thrones“ höchste Geheimhaltung?
Die meiste Zeit drehen wir ja in Belfast im Studio, und wer nichts mit der Produktion zu tun hat, kommt nicht aufs Studiogelände. Außerdem wissen nur die beiden federführenden Produzenten David Benioff und D.B. Weiss, was inhaltlich genau passiert. Uns Schauspieler lässt man immer im Dunkeln darüber, wie unsere Rolle weitergeht – und ob sie überhaupt weitergeht.
Was verschlägt Sie als Star einer Fantasyserie in den bodenständigen deutschen Fernsehfilm „Eltern und andere Wahrheiten“, in dem Sie an der Seite von Silke Bodenbender als berufstätiger Mutter einen Streifenpolizisten spielen?
Silke Bodenbender ist eine tolle Schauspielerin, ich wollte sehr gerne mit ihr zusammenarbeiten. Außerdem wollte ich unbedingt mal wieder eine Komödie drehen – es muss ja nicht immer nur Drama sein.
In dem Film geht es darum, wie man Familie und Beruf vereinbaren kann. Wie kriegen Sie das hin?
Die letzten Jahre waren bei mir beruflich so intensiv, dass ich selten länger als ein paar Wochen an einem Ort war. Im Moment genieße ich die Situation, an vielen interessanten Projekten zu arbeiten. Da steht das Private oft hintenan.
Sie hatten sich ja sowieso erst im Ausland nach Rollen umgeschaut, weil es in Deutschland beruflich nicht so gut lief…
Ich konnte zwar immer von meinem Beruf leben, aber ich war nicht ausgefüllt, weder von der Menge noch von den Stoffen her, die mir angeboten wurden. Deshalb habe ich mir irgendwann eine englische Agentur gesucht, quasi als zweites Standbein. Was nun daraus entstanden ist, ist toll. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir die Rollen aussuchen kann, das kenne ich auch noch ganz anders, und deshalb genieße ich diese Situation.
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