An der Markthalle kümmert sich freundliches Personal um Sauberkeit, Papiernachschub und Wechselgeld. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Stadt muss nach dem Toiletten-Desaster beim Teehaus wieder mehr an ihre bestehenden Anlagen und deren Sanierung denken, meint Redakteurin Barbara Czimmer.

Stuttgart - Die stinkende Brühe auf einer Anwohnerstraße und die bis auf Weiteres unbeleuchteten Dixi-Klos für Gäste des Teehauses lassen wahrlich keine Freude aufkommen. Dem Denken aber kommt der Zerfall der Toilettenanlage im Weißenburgpark entgegen: Es muss neu angestoßen werden und bei Bedarf die Richtung wechseln.

Man hatte bisher den Fokus fast ausschließlich auf Standorte und Anzahl von stillen Örtchen in der Stadt. Zu festen WC-Anlagen kamen gemietete, vollautomatische Säulentoiletten hinzu. Als in der City der Bedarf von der Anzahl her gedeckt war, suchte man auch in den Außenbezirken nach Verbesserungen. Über all dem nötigen Ausbau aber scheinen die bestehenden festen Toilettenanlagen etwas ins Hintertreffen geraten zu sein.

Auf Ältere achten

Das ist deshalb schade, weil sie bei der Bevölkerung und bei den Gästen nach wie vor höher im Kurs stehen als die Klo-Tonnen: Keiner vertraut ihnen, alle fühlen sich eingesperrt. Sie sind allenfalls eine Lösung in höchster Not, denn lieber noch werden Passanten in die Kaufhäuser strömen, als sich vom vollautomatischen Rundling verschlucken zu lassen.

Dem Stadtseniorenrat sei Dank, dass er mit der Netten Toilette eine neue Idee eingespielt hat. Das WC eines Friseurs oder Gastwirts zu benützen, kommt der älter werdenden Bevölkerung entgegen. Die Stadt sollte darüber hinaus wieder mehr an das zu denken, was schon gebaut, aber veraltet ist, das wäre die richtige Reaktion auf das Toilettendesaster beim Teehaus.

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