In der Marbacher Grundschule müssten die Sanitäranlagen eigentlich schnellstmöglich renoviert werden. Foto: KS-Images.de

Die Toiletten der Grundschule aus den 1950er-Jahren müssen modernisiert werden. Da Zuschüsse aber erst in der zweiten Jahreshälfte möglich sind, ist der Start erst 2021.

Marbach - Dass die Toiletten in der Grundschule Marbach in einem fürchterlichen Zustand sind, davon konnten sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik bei einer Besichtigung selbst ein Bild machen. „Eine Komplettsanierung ist unumgänglich“, erklärte Marbachs Bürgermeister Jan Trost bei der jüngsten Sitzung des Gremiums am Donnerstagnachmittag. Im Hauptgebäude, das aus dem Jahr 1952 stammt, wurden die WCs letztmals 1996 erneuert, weitere Schönheitsreparaturen und der Einbau neuer Waschbecken und Urinale erfolgte 2004. Erforderlich sind nunmehr neue WC-Trennwände, neue Sanitäreinrichtungen und Rohrleitungen, Fliesenarbeiten, eine neue Beleuchtung und neue Türen. Alles in allem werden dafür Kosten in Höhe von 217 000 Euro veranschlagt.

Nicht viel besser sieht es im Nebengebäude aus dem Jahr 1959 aus, bei dem letztmals 2004 Handwerker am Werk waren. Auch hier müssen neue WC-Trennwände eingebaut, Sanitäreinrichtungen und Rohrleitungen erneuert sowie Fliesen, Beleuchtung und Türen ausgetauscht werden. Hierfür wird mit Kosten in Höhe von rund 243 000 Euro kalkuliert. Zudem ist geplant, im Grundschul-Hauptgebäude in den Klassenräumen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sowie in den dazu gehörigen Treppenhäusern die Fenster auszutauschen, wofür nochmals 90 000 Euro anfallen. Alle Baumaßnahmen zusammen schlagen mit Kosten in Höhe von 550 000 Euro zu Buche.

Auf der Suche nach Zuschüssen stieß die Stadtverwaltung auf ein Förderprogramm des Landes, das jedoch noch nicht endgültig beschlossen ist. „Aus diesem Förderprogramm könnten wir einen Zuschuss von bis zu 161 000 Euro erhalten“, erklärte Trost den Räten. Das Problem sei jedoch, dass eine entsprechende Verwaltungsvorschrift des Landes noch nicht erlassen sei, dies sei für den Sommer dieses Jahres vorgesehen. „Wenn wir wie ursprünglich geplant in diesem Jahr mit dem Bau anfangen würden, würden wir diese Gelder nicht bekommen“, sagte Trost.

Er empfehle daher, trotz der Dringlichkeit mit der Renovierung bis 2021 zu warten. Mit der Schulleiterin Nicole Kossira sei vereinbart worden, dass die Bauarbeiten großteils in den Pfingst- und Sommerferien 2021 stattfinden sollten. „Für die Arbeiten im Hauptgebäude rechnen wir mit zehn bis zwölf Wochen, für die im Nebengebäude mit acht Wochen“, führte Trost weiter aus.

Sebastian Engelmann (Bündnis 90/Grüne) erklärte sich mit der Planung einverstanden, empfahl aber, offensiv zu kommunizieren, dass die Verzögerung der Bauarbeiten nicht an der Stadt, sondern am Land liege. Martin Mistele (Freie Wähler) und Jochen Biesinger (CDU) erklärten, sie vermissten bei der Sanierung ein intelligentes Lüftungssystem, da der Geruch in den Toiletten eines der Hauptprobleme sei, das allein durch Lüften nicht zu lösen sei. „In dem Gesamtpaket hätte ich mir eine pfiffigere Lösung erwartet“, beklagte Mistele.

Bürgermeister Trost sagte zu, dass man sich um eine Belüftung noch kümmern werde. Er äußerte zudem die Hoffnung, dass die Kinder sich in den neu renovierten Toilettenräumen verantwortungsvoller beim Pinkeln zeigen würden. „Wir haben die Schüler im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ausführlich über Hygienemaßnahmen informiert“, erläuterte er. Letztendlich empfahl der Ausschuss die Sanierungsmaßnahmen einstimmig.

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