Gondolieri aus Venedig geben dem Sarg des Opfers eines Gondel-Unfalls in Tübingen das letzte Geleit zum Grab. Der 50-Jährige war im August nahe der weltbekannten Rialto-Brücke ums Leben gekommen, als die Gondel, in der er und seine Familie saßen, von einem Wasserbus gerammt wurde. Foto: Erich Sommer/Schwäbisches Tagblatt

Nach dem tödlichen Unfall eines 50-Jährigen aus Tübingen in Venedig fordert die Familie des Verunglückten sechs Millionen Euro Entschädigung. Der Mann war im August vor den Augen seiner Familie ins Wasser gefallen und zwischen Pier und Boot zerdrückt worden.

Venedig - Nach dem Tod eines deutschen Touristen bei einem Gondelunfall in Venedig fordert die Familie eine Entschädigung von knapp sechs Millionen Euro. Das teilte der italienische Rechtsanwalt der Hinterbliebenen, Lorenzo Picotti, auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa in Rom mit. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte, unter anderem der Münchner Tageszeitung „tz“.

Die Forderungen richten sich gegen insgesamt fünf Männer, gegen die ermittelt wurde. Über die Eröffnung eines Gerichtsverfahrens ist aber noch nicht entschieden.

Der 50 Jahre alte Mann, der in München arbeitete und in Tübingen wohnte, war bei dem Unfall im vergangenen August nahe der weltbekannten Rialto-Brücke ins Wasser gestürzt, als seine Gondel mit einem Wasserbus zusammenstieß. Er wurde vor den Augen seiner Familie zwischen Fähre und Pier zerdrückt.

Nach einem Urteil mehrerer Sachverständiger sieht der Staatsanwalt die Hauptschuld bei den fünf Männern, darunter sind drei Fahrer beteiligter Wasserbusse, ein Gondoliere und ein weiterer Beschuldigter. Der Gondoliere soll plötzlich in den Canal Grande eingefahren sein und den Wasserbus so zu dem Manöver gezwungen haben.

Derzeit wird nach Angaben des Anwalts der Familie auch mit den Versicherungen der Beschuldigten verhandelt. Die Entscheidung über einen möglichen Prozess könnte möglicherweise im Januar fallen. Dann solle ein Gerichtstermin stattfinden.

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