Am 15. April gegen 2.20 Uhr sank die Titanic, nachdem sie am 14. April um 23.40 Uhr im Nordatlantik – etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland – einen Eisberg gerammt hatte. 1514 der über 2200 an Bord befindlichen Menschen kamen dabei ums Leben. Foto: dpa

85 Schiffe sind 2016 weltweit auf hoher See verloren gegangen – halb so viel wie vor zehn Jahren. Auch die Zahl der Schiffsunglücke ist zurückgegangen.

Stuttgart/München - Die Schifffahrt ist so sicher wie noch nie. Im vergangenen Jahr gingen weltweit 85 Schiffe verloren, hat die Allianz-Spezialversicherungsgesellschaft AGCS am Dienstag in München mitgeteilt. Das seien 16 Prozent weniger als im Vorjahr und lediglich halb so viele wie noch vor zehn Jahren.

In der Mehrzahl der Fälle sind die Schiffe gesunken, oft bei schwerer See. Sie können aber auch ausgebrannt sein oder nach einer Havarie so stark beschädigt, dass sie verschrottet werden müssen. Die Zahl der Schiffsunglücke verringerte sich ebenfalls leicht um vier Prozent auf 2611.

„Die Schifffahrt ist mit neuen Risiken konfrontiert“

„Obwohl der langfristige Abwärtstrend bei den Totalschäden ermutigend ist, gibt es keinen Anlass, sich zurückzulehnen“, sagt Baptiste Ossena von der AGCS. „Die Schifffahrt ist mit neuen Risiken konfrontiert.“ Dazu zähle vor allem die wirtschaftliche Notlage der Branche. Insolvenzen nehmen zu und bei hohen Schulden und sinkenden Erträgen versuchten Reedereien, die Kosten für Wartung, Schulung und Besatzungsstärke zu senken.

Niedrige Sicherheitsstandards seien in Teilen Asiens ein Problem. Mehr als ein Viertel der Totalschäden entfallen auf Südchina, Indochina, Indonesien und die Philippinen. Zweitgefährlichste Ecke der Schifffahrt sind das östliche Mittelmeer und das Schwarze Meer.

Ein besonders spektakulärer Schiffsunfall lockte im Februar 2016 auch viele Besucher an die Unterelbe. Der Containerriese „CSCL Indian Ocean“ steckte im Elbsand fest und konnte erst nach mehreren Tagen wieder freigeschleppt werden.

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