In Hessen ist die afrikanische Schweinepest ausgebrochen. Viele Wild- und Hausschweine sind tot. Baden-Württemberg macht die Grenzen zu.
Während sich in Berlin die Spitzen der Parteien darum bemühen, der menschlichen Migration Einhalt zu gebieten, kämpft man in Baden-Württemberg gegen die tierische an. Wenn man den Worten von Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) Glauben schenken kann, durchaus mit Erfolg. Mit Drohnen, Spürhunden und vielen Kilometern schnell errichteten Zäunen versuchen die Verantwortlichen, die Afrikanische Schweinepest (ASP) außerhalb der Landesgrenzen zu halten. Vor allem in Hessen, wo schon mehr als 100 Tiere gestorben sind.
Auch Hausschweine sind betroffen
Spätestens seit Corona ist bekannt, wie schnell und dynamisch sich Krankheiten verbreiten können. Bei der ASP ist das der Fall. Am 15. Juni ist in Hessen der Kadaver eines Wildschweins gefunden worden, das an der Krankheit verendet ist. Und obwohl die hessischen Behörden ebenfalls sofort begonnen haben, die Ausbreitung einzuschränken, ist der Erfolg ungewiss. 125 tote Wild- und acht tote Hausschweine sind im Nachbarland bereits registriert.
Drohnen und speziell ausgebildete Kadaversuchhunde machen sich auf die Suche nach toten Tieren, die von Artgenossen gefressen werden und so die für Schweine tödliche Krankheit verbreiten. Entlang der Autobahn 6, am Neckar und an der Grenze zu Hessen seien mehr als 40 Kilometer Elektroschutzzäune errichtet worden, um „die Migration von Wildschweinen zu verhindern“, so Hauk. Die Jägerschaft sei aufgerufen, vermehrt auf die Schwarzkittel anzulegen und die Kadaver ins Labor zu schicken.
Ein torkelndes Tier erlegt
Die Zahlen lassen den Minister hoffen: seit dem Ausbruch der Krankheit seien im Südwesten 1643 Tiere erlegt und weitere 80 tot gefunden worden. Bei keinem von ihnen habe sich der Erreger nachweisen lassen. Ein torkelndes Wildschwein, das am 9. August wenige Kilometer von der hessischen Grenze erlegt wurde, sei der bisher einzige bestätigte Fall im Land gewesen.