Kapitän Tobias Feisthammel und die Stuttgarter Kickers: Noch vier Spiele bis zur Winterpause. Foto: Baumann

Gegen den VfB II zeigte Fußball-Oberligist Stuttgarter Kickers seine beste Saisonleistung. Diese gilt es gegen den Drittletzten SV Linx zu bestätigen. „Wir sind gewarnt“, sagt Kapitän Tobias Feisthammel.

Stuttgart - Er hat Erfahrung gesammelt beim VfB Stuttgart II, bei Alemannia Aachen, dem SC Paderborn, beim MSV Duisburg und der SV Elversberg. Tobias Feisthammel, der Kapitän des Oberligisten Stuttgarter Kickers, weiß, auf was es im Fußballgeschäft ankommt: Nach einem besonderen Spiel im Ligaalltag nachzulegen. Genau das erwartet der 31-Jährige an diesem Samstag von sich und seiner Mannschaft.

Herr Feisthammel, wie lange genießt man als Spieler einen Derby-Sieg wie den gegen den VfB Stuttgart II?

Also dieses 3:0 tat schon mega gut, auch weil es davor für uns hätte besser laufen können. Wir haben gegen die vermeintlich beste Mannschaft der Liga in einem Stadtderby gezeigt, dass wir über 90 Minuten unser Potenzial abrufen können. Entsprechend positiv war die Stimmung in der Kabine. Solch ein Erfolgserlebnis genießt man schon, aber mit dem Start in die neue Woche geht es wieder voll konzentriert ins Training und man fokussiert sich auf die nächste Aufgabe.

Die heißt am kommenden Samstag um 14.30 Uhr SV Linx. Der Verein ist Drittletzter und gegen die Kleinen der Liga tun sich die Kickers – im Gegensatz zur vergangenen Saison – schwer. Warum eigentlich?

Es stimmt, dass wir in der vergangenen Saison gegen die Mannschaften aus dem hinteren Tabellendrittel mehr Punkte geholt haben. An was das liegt? Schwer zu sagen. Vielleicht an unserer damals defensiveren Spielweise, vielleicht auch am Spielglück. In Schwäbisch Gmünd zum Beispiel machen wir in der 80. Minute das 1:0, davor hatte die Normannia zwei gute Chancen in Führung zu gehen vergeben.

Die Liga scheint auch enger zusammengerückt zu sein.

Absolut. Ich glaube, dass sich das Niveau der Liga noch einmal verbessert hat und jeder jeden schlagen kann. Nehmen Sie unseren nächsten Gegner. Der SV Linx ist zwar aktuell Drittletzter, hat aber vergangenen Samstag beim 1. CfR Pforzheim mit 3:2 gewonnen, davor auch beim 1. Göppinger Sportverein mit 3:1. Wir sind jedenfalls gewarnt, wissen um die Bedeutung dieser Partie und nach dem Derby-Sieg wollen wir die gute Energie mitnehmen. Wir stellen uns auf ein hartes Stück Arbeit und einen tief stehenden Gegner ein.

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Der VfB II spielt dagegen mit.

Ja, gegen solche Gegner tun wir uns leichter, das zeigten auch die WFV-Pokal-Spiele gegen die Regionalligisten. Da waren wir, wie im Derby gegen den VfB II, auch nicht der Favorit. Das lässt einen etwas befreiter ins Spiel gehen. Aber manchmal ist der Fußball einfach auch nicht zu erklären: Der FC Bayern geht mit 1:5 bei Eintracht Frankfurt unter und putzt dann Borussia Dortmund mit 4:0.

Beim 2:2 in Reutlingen spielten Sie auf der Sechser-Position neben Lukas Kling, gegen den VfB II übernahm Nico Blank diese Rolle. Bringt diese Umstellung im zentralen Mittelfeld eine höhere Stabilität?

Es ist richtig, dass wir zuletzt mehr Spieler auf dem Feld hatten, die defensiver ‚denken’. Andererseits haben wir zu Beginn der Saison auch mit einer offensiveren Ausrichtung Spiele gewonnen.

Wie wichtig war die Rückkehr von David Kammerbauer und Malte Moos?

Sehr wichtig. Als linker Innenverteidiger spiele ich ja direkt neben David. Er ist nach hinten eine Bank, bringt immer mal den Fuß dazwischen und verhindert Flanken. Und auch nach vorne setzt er immer wieder Impulse. Von seinem Mitwirken profitiert vor ihm dann auch Michael Klauß. Und Malte hat gemeinsam mit Johannes Ludmann auf der rechten Seite auch richtig stark gespielt.

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Fußballer schauen bekanntlich immer nur auf nächste Spiel. Dennoch: Muss nicht das Ziel sein nach den nächsten vier Spielen am Samstag in Linx, gegen die Neckarsulmer Sport-Union (23. November), beim Freiburger FC (30. November) und zu Hause gegen aktuellen Spitzenreiter FV Ravensburg (7. Dezember) als Tabellenführer in die Winterpause zu gehen?

Sie sagen es: Das nächstes Spiel ist immer das Wichtigste.

Rechnen Sie am Ende mit einem Zweikampf Stuttgarter Kickers – VfB II um die Meisterschaft?

Der VfB II ist sicherlich weiterhin der Top-Favorit. Aber die bisherige Vorrunde hat gezeigt, dass auch andere Mannschaften mitmischen. Ich bin jedoch sicher, wenn wir unsere Leistung so abrufen wie im Derby, sind wir am Ende oben mit dabei.

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Was sagen Sie eigentlich dazu, dass bei einem Konkurrenten wie dem 1. Göppinger SV mitten in der Saison zwei Schlüsselspieler im Urlaub sind?

Dazu kann ich nichts sagen. Bei uns jedenfalls würde keiner auf eine solche Idee kommen, wenn ja könnte er sofort seine Sachen packen – und zwar nicht nur für den Urlaub (lacht). Andererseits zeigt das Beispiel, dass solche Vereine locker drauf los spielen können.

Halten Sie Verstärkungen in der Winterpause für nötig?

Das zu beurteilen, ist nicht meine Aufgabe. Ich weiß nur, dass wir in Marvin Weiss einen wichtigen Mittelfeldspiele wieder dabei haben werden, und auch Markus Obernosterer im neuen Jahr wieder mitmischen kann. Mit ihm habe ich auch schon bei der SV Elversberg zusammengespielt. Er ist ein super Mann.

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