Die Titanwurz „Alberich“ strebt derzeit an, die kleinste Titanwurz-Blüte hervorzubringen, die es in Europa je gab. Foto: dpa

Titanwurz „Alberich“ aus der Stuttgarter Wilhelma steht kurz vor der Blüte. Am Sonntag- oder am Montagabend könnte es soweit sein. Es könnte ein rekordverdächtiges Spektakel werden.

Stuttgart - Die Titanwurz aus der Wilhelma trägt nun offiziell den Namen „Alberich“. „Der König unter den Zwergen ist ein passender Namenspatron“, meint Björn Schäfer, Leiter des Fachbereichs Botanik, und spielt damit auf die germanische Mythologie an. Das passt. Denn üblicherweise wird eine Titanwurz 2,50 Meter groß. „Alberich“ hatte am Donnerstagmorgen gerade mal eine Höhe von etwa 117,5 Zentimetern.

Doch was „Alberich“ an Größe fehlt, macht er mit seiner überdurchschnittlich schnellen Entwicklung wett. Eigentlich ist die Pflanze nämlich noch zu jung, um zu blühen. Doch der frühreife Pflanzensprössling aus der Wilhelma durchläuft die normalen Phasen der Blütenbildung rascher als seine Vorgänger.

Somit blüht die Titanwurz wohl früher als die Betreuer zunächst angenommen hatten. Das Blüte-Spektakel könnte bereits am Sonntag- oder am Montagabend vonstatten gehen. Es wäre das erste Mal seit sieben Jahren, dass im Zoologisch-Botanischen Garten wieder eine Titanwurz blüht.

Und weil das Ereignis so selten und ebenso schnell auch wieder vorbei ist, hat die Wilhelma einen Bereitschaftsdienst eingeführt, der eigens dafür zuständig ist, die Titanwurz „Alberich“ zu beobachten. Und so kann auch sichergestellt werden, dass die Nachricht von Alberichs Blüte umgehend auf der Internetseite der Wilhelma verkündet wird. Wer sich dann selbst ein Bild machen will, kann dies vor Ort tun. Die Wilhelma öffnet dann an diesem Tag bis Mitternacht die Türen des Schmetterlingshauses. Denn die Titanwurz blüht vorzugsweise wenn es dunkel ist – und auch nur für eine Nacht.

Erstmals blühte in der Wilhelma im Jahr 2011 eine Titanwurz. Die berühmte „Diva“ stellte damals einen Weltrekord auf. Mit einer Höhe von fast drei Metern brachte sie die bisher größte Blüte weltweit hervor. Die Nachzucht „Alberich“ ist auch rekordverdächtig – nur eben in die andere Richtung. Nach Schätzungen von Björn Schäfer wird sie europaweit die kleinste Blüte hervorbringen. Um das zu schaffen, muss Alberichs Blüte kleiner als 1,40 Meter bleiben.

Die Wilhelma rechnet mit mehreren Hundert Besuchern, die die nächtliche Blütezeit der Pflanze sehen wolle – ein Erlebnis für alle Sinne, warnt Sprecher Harald Knitter und meint damit den Geruch der Titanwurz, der stark an einen verwesenden Tierkadaver erinnert.

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