Titanwurz in der Wilhelma „Brunhilde“ lässt sich Zeit mit der Blüte

Von red/dpa 

Zum zweiten Mal in diesem Jahr fiebert die Wilhelma in Stuttgart einem sonst sehr seltenen Ereignis entgegen: Im Schnitt blüht die Titanwurz nur alle sieben Jahre und nur für eine Nacht.

Stuttgart - Eine Titanwurz des zoologisch-botanischen Gartens bildet eine Blüte aus. „Eigentlich wäre sie heute Nacht fällig, aber sie ziert sich noch ein wenig“, sagte Björn Schäfer, Leiter des Fachbereichs Botanik, am Donnerstag. Er erwartet, dass Besucher das Schauspiel in der Nacht zum Samstag oder Sonntag sehen können. Im Schnitt blüht die Titanwurz nur alle sieben Jahre und nur für eine Nacht.

So kam es zum Namen „Brunhilde“

Auch ein Name wurde bereits gefunden: „Brunhilde“ - wie die mächtige Königin in der Nibelungensage. Rund 30 Vorschläge von Besuchern seien dafür per E-Mail bei der Wilhelma eingegangen, sagte eine Sprecherin. Ende Juni hatte bereits eine andere Titanwurz in Stuttgart geblüht. Wegen ihres ungewöhnlich kleinen Wuchses wurde sie „Alberich“ getauft, eine Anspielung auf den Zwergenkönig der germanischen Mythologie. „Da passte Brunhilde einfach dazu.“

Berühmt für ihre riesige Blüte

Eigentlich ist die Pflanze, die von der indonesischen Insel Sumatra stammt, berühmt für ihre riesige Blüte - und für ihren Gestank. Mit ihrem Aasgeruch lockt sie Fliegen an, die sie zur Bestäubung braucht.

Dass gleich zwei der Titanwurz-Pflanzen der Wilhelma in einem Jahr blühen, überraschte auch den Zoo. „Was sich in einer Knolle tut, weiß man erst, wenn plötzlich ein Trieb auftaucht“, sagte die Sprecherin. Auch „Brunhilde“ wird allerdings kein Riese - mit ihrer momentanen Größe von rund 1,5 Metern ist sie zwar größer als Vorgänger „Alberich“. Doch werden die Pflanzen laut Zoo eher doppelt so groß. Für die neue Blüte will die Wilhelma wieder nachts ihre Türen öffnen.

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