Hartmut Freund ist schwer geistig behindert. Bei internationalen Wettkämpfen spielt er oft gegen Genger mit einer geringeren Behinderung – und ist trotzdem konkurrenzfähig. Foto: privat

Zwei Siege und zwei Niederlagen hat der geistig schwer behinderte Tischtennisspieler aus Bietigheim-Bissingen bei den Global Games in Australien eingefahren. Für seinen Bruder und Manager Norbert Freund ein klares Zeichen, dass sein Verband falsch liegt.

Bietigheim-Bissingen - Der geistig schwer behinderte Tischtennisspieler Hartmut Freund aus Bietigheim-Bissingen hat bei den Global Games in Australien zwei Spiele gewonnen und zwei Spiele verloren. Bei den Weltspielen für Leistungssportler mit geistiger Behinderung verpasste er mit dieser ausgeglichenen Bilanz knapp den Einzug in die Finalrunde. Er habe damit „auch gegen weitaus leichter behinderte Gegner seine internationale Konkurrenzfähigkeit unter Beweis“ gestellt, wie sein Bruder und Manager Norbert Freund schreibt.

Eine Crowdfunding-Kampagne machte Freunds Teilnahme erst möglich

Er spielt damit auf eine Aussage des Deutschen Behindertensportverbands an, der Freund zwar als einzigen deutschen Sportler in zehn Sportarten gemeldet hatte, ihn aber nicht finanziell unterstützte – mit der Begründung, dass er aufgrund seiner schweren geistigen Behinderung „nicht international konkurrenzfähig“ sei. Eine Spendenkampagne, unterstützt vom Tischtennis-Superstar Dimitrij Ovtcharov und eine Förderung der Stadt Bietigheim-Bissingen machten einen Start Hartmut Freunds in Brisbane dann doch möglich.

Auch wenn es für Freund für keine Medaille reichte, hat er laut seinem Bruder doch Sportgeschichte geschrieben: Als einziger Tischtennisspieler weltweit hat er in diesem Jahr sowohl bei den World Games der Special Olympics in Abu Dhabi als auch bei den Global Games in Australien teilgenommen. Die beiden Wettbewerbe werden von zwei konkurrierenden Verbänden ausgetragen.

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