Beim TSV Kuppingen wird fortan kein Tischtennis mehr gespielt. Nach dem Rückzug aus dem Leistungssport vor knapp einem Jahr verliert der Verein nun seine komplette Abteilung. Der Grund ist nicht zuletzt das geringe Interesse an dem Sport.
Vor anderthalb Jahren war die Welt in der Tischtennisabteilung des TSV Kuppingen noch in Ordnung. Die erste Männermannschaft startete als Aufsteiger in der 3. Liga und überzeugte mit Spielern aus Spanien, Peru, Serbien und Tschechien sportlich mit Rang sechs. Auch bei der Zweiten lief es in der Oberliga ordentlich. Allerdings zog der Klub die ersten beiden Teams zurück und wollte auf Bezirksebene den Neustart wagen. Doch daraus wurde nichts, denn die Abteilung hat sich nach 57 Jahren nun offiziell ganz aufgelöst.
Für den TSV ist diese Nachricht der Super-GAU, nachdem ziemlich genau ein Jahr zuvor der Rückzug aus der 3. Liga und der Oberliga verkündet worden war. Der ehemalige Manager Werner Schäffer erklärte damals, dass der Verein keine geeignete Struktur samt motivierter Funktionäre hat aufbauen können. „Auch das Zusammenspiel zwischen Leistungs- und Breitensport hat leider nicht so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat. Und zuletzt mangelte es zudem immer mehr an Spielern im Breitensportbereich“, heißt es in einem Artikel des vereinseigenen „TSV-Blättle“, das jedes Jahr an alle Haushalte in Kuppingen verschickt wird.
Diese Misere dauerte auch in der Folge an. Bei der Abteilungsversammlung im vergangenen Jahr konnten keine Nachfolger für den scheidenden Leiter Werner Thoma und Kassierer Bastian Schäffer gefunden werden. Daher entschieden sich die beiden Funktionäre, die Ämter bis zur Jahresmitte kommissarisch weiterzuführen, um den noch laufenden Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Diese Zeit nutzte der Vorstand des Gesamtvereins, um eine Lösung zu finden. „Nach einigen Gesprächen wurden zwei jüngere verbliebene Tischtennisspieler gefunden, die die Abteilung bis zur nächsten ordentlichen Abteilungsversammlung am 28. Februar 2025 kommissarisch leiten“, heißt es dazu im Vereinsmagazin. „Jonas Wagenknecht als Abteilungsleiter und Marc Habiger als Kassierer haben diese Ämter übernommen.“
Auf die beiden Verantwortlichen wartete jedoch eine Mammutaufgabe. Lediglich drei Spieler standen dem Verein noch zur Verfügung. Zwar probierten sie über verschiedene Kanäle wie Werbung im Amtsblatt, Mails an die Mitglieder und direkte Ansprache, weitere Aktive für den Verein zu gewinnen, doch all diese Versuche verliefen im Sand. Lediglich zwei Anfragen flatterten in dieser Zeit rein, die Wende leiteten sie jedoch nicht ein. Vielmehr ging die Mitgliederzahl von 51 im Januar 2024 auf 23 Anfang 2025 zurück.
Somit stellte sich bei der Versammlung Ende Februar die Frage, ob die Abteilung überhaupt noch eine Zukunft hat. Schließlich war für Wagenknecht klar, dass er seinen Posten nicht weiterführt. „Das liegt daran, dass ich mich bei meinem neuen Verein, dem SV Affstätt, sehr wohl fühle und ich zusätzlich ab Sommer berufsbedingt für ein halbes Jahr in Asien bin“, teilt er schriftlich mit. Da sich auch niemand anderes fand, der die Rolle übernehmen möchte, stimmten die gerade mal fünf anwesenden Mitglieder schließlich für die Auflösung der Abteilung.
Allerdings wurde auch beschlossen, dass nicht alle Tischtennisplatten verkauft werden sollen. „Dadurch soll ermöglicht werden, dass im Falle von Interessenten in der Zukunft ein Tischtennisbetrieb wieder aufgenommen werden könnte“, schildert Wagenknecht. Dies dürfte angesichts der geringen Resonanz aus der Bevölkerung aber in naher Zukunft nicht der Fall sein.