Elektronische Geräte und Kälte funktionieren meist nicht gut miteinander. Foto: imago/Eduard Bopp

Wird es draußen kalt, stehen elektronische Geräte wie Handys, Drohnen, Navigationssysteme oder Bildschirme vor mehreren Problemen. Wir erklären Ihnen, worauf Sie diesbezüglich im Winter achten sollten.

Stuttgart - Elektronische Geräte haben es nicht leicht: Sie mögen es nicht zu warm, zu kalt darf es hingegen auch nicht sein. Wenn die Temperaturen im Ländle in der kommenden Zeit wieder frostiger werden, haben Handys, Kameras, Bildschirme und Co. gleich an mehreren Stellen mit potenziellen Problemen zu kämpfen, erklärt Andreas Griesinger, Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart. So würden Smartphone-Hersteller als minimale Betriebstemperatur für ihre Geräte meistens 0 Grad angeben. Darunter „sollte der Betrieb am besten vermieden werden“, so Griesinger. Ansonsten kann sich das Gerät gerne einmal von selbst ausschalten oder der Akku vorübergehend an Leistung einbüßen.

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Und auch Bildschirme können ihren Besitzern bei niedrigen Temperaturen Ärger bereiten. „Alle Arten von LC-Displays haben das Problem, dass sie bei Kälte langsamer werden.“ Die im Bildschirm enthaltenen Flüssigkeiten würden bei niedrigen Temperaturen immer zähflüssiger werden. Das potenzielle Resultat: „Im Extremfall können sie quasi ‚einfrieren’“, sagt Griesinger. Dass die Displays dann allerdings für immer in diesem Zustand bleiben, sei eher unwahrscheinlich. Bei steigenden Temperaturen würden die Bildschirme meist wieder ordnungsgemäß funktionieren.

Vorsicht vor Kondensat

Generell gilt laut Griesinger für Handys, Navigationssysteme, Drohnen, Kameras und Ähnlichem, dass Nutzer darauf achten sollten, die elektronischen Geräte nicht zu schnell aus der Kälte ins Warme zu bringen. Ansonsten könne sich Kondensat bilden, „das zu irreparablen Schäden, wie zum Beispiel Kurzschlüssen führt“. Schnelle Temperaturwechsel würden außerdem die Aufbau- und Verbindungstechnik im Inneren der Geräte belasten.

„Es empfiehlt sich daher, die Geräte beim Wechsel von der Kälte ins Warme zunächst ausgeschaltet zu lassen und möglichst schonend auf Zimmertemperatur zu bringen“, so Griesinger. „Schonend“ bedeute dabei aber beispielsweise nicht, das Handy direkt auf die bereits warme Heizung zu legen. Denn „je schneller sich die Temperatur des Handys ändert, desto größer die Belastung“. Nach einem Kälteschock sollten Smartphone und Co. laut Griesinger also eher einige Stunden bei Zimmertemperatur gelagert werden, um wieder in den normalen Betriebsmodus übergehen zu können.

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