Genug vom Standard-Weihnachtsmarktessen und -trinken? Auf dem Weihnachtsmarkt in Besigheim wird beispielsweise Champagner serviert. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Auf der Suche nach kulinarischer Abwechslung auf den Weihnachtsmärkten im Kreis Ludwigsburg? Unsere Redaktion hat einige außergewöhnliche Food-Tipps parat.

Ein Weihnachtsmarkt ohne Rote Wurst und Glühwein? Unvorstellbar. Aber seien wir mal ehrlich: Manchmal wünscht man sich doch ein bisschen mehr Abwechslung. Immerhin ist Weihnachten für viele auch die Zeit des Schlemmens und Genießens.

 

Warum also soll es nicht auch auf dem Adventsmarkt mal etwas Besonderes sein? Unsere Redaktion hat fünf persönliche kulinarische Tipps aus dem Kreis Ludwigsburg zusammengestellt, die es sich lohnt, zu probieren.

1. Mehr als nur ein Käsebrot: Rezentes Raclette in Marbach

Eigentlich ist es ja nur ein Käsebrot. Unspektakulär könnte man sagen. Das ist es aber keinesfalls. Denn es ist eben ein Raclette-Brot, das da auf dem kleinen, aber feinen Marbacher Weihnachtsmarkt angeboten wird: heißer, geschmolzener, rezenter Käse auf Baguette, wahlweise garniert mit grobem Pfeffer, Gürkle oder Silberzwiebeln.

Beim Reinbeißen muss man allerdings aufpassen, dass man sich den Gaumen nicht verbrennt. Am Stand vom Stadtmarketing Marbach auf dem Burgplatz ist die fädenziehende Köstlichkeit seit Jahren Tradition, aber erfunden haben es – natürlich – die Schweizer. Von Sandra Lesacher – Weihnachtsmarkt Marbach: 5. bis 7. Dezember, Burgplatz.

2. Da wird’s einem warm ums Herz: Wilderer-Topf in Ludwigsburg

So richtig eisig wird es im Dezember zugegeben eher selten. Aber wenn man bei Wind und Wetter erst mal eine Weile über den Weihnachtsmarkt getippelt ist, merkt man selbst ohne Bodenfrost bald, wie die Nase läuft und die Zehen steif werden. Schade nur, dass viele Gerichte da die Angewohnheit haben, noch schneller kalt zu werden als besagte Nase und Zehen.

Gibt’s denn nicht irgendwo einen schön heißen Eintopf? Na klar. Und in Ludwigsburg mit dem Wilderer-Topf bei der Wilderer-Hütte hinter der katholischen Kirche sogar eine besonders leckere Variante – mit Wildfleisch, das einem auf der Zunge zergeht. Nicht nur für Frostbeulen ein echter Genuss, der dazu noch in einer hübschen Porzellanschüssel serviert wird statt in der schnöden Pappschale.

Von Kathrin Klette Ludwigsburger Weihnachtsmarkt: 25. November bis 22. Dezember, Marktplatz und Arsenalplatz.

3. Jetzt geht’s um die Wurst: Echte Thüringer Bratwurst in Rielingshausen

Woher die Wurst kommt, ist nicht wurstegal. Es macht einen Unterschied, ob die Thüringer Rostbratwurst aus dem namensgebenden Bundesland stammt oder ein Imitat aus Anderland darstellt. Die Besucher des Rielingshäuser Weihnachtsmarktes können sich sicher sein: Wer eine der mehr als 1000 Thüringer Würste der Freunde aus Buchfart ergattert, kann nicht fehlgehen.

Da gerät selbst die hierzulande unter Wurstfans als unverzichtbar geltende Rote in Vergessenheit. Anders ist es nicht zu erklären, dass die schwäbisch-thüringische Connection, befeuert durch den Rielingshäuser CVJM, schon seit rund drei Jahrzehnten Bestand hat.

Bester Beweis: Die Buchfarter haben sogar schon darauf verzichtet, bei ihrem eigenen Fest ihre leckeren Rostbratwürste aufzufahren – und zwar dann, wenn die Rielingshäuser mit ihren original schwäbischen Maultaschen die hungrigen Mägen auf dem Kiliansroder Markt füllen. Variatio delectat, die Abwechslung erfreut – und die deutsch-deutsche Freundschaft geht durch den Magen.

Von Oliver von Schaewen – Rielingshäuser Weihnachtsmarkt: 29. November am Rathausplatz.

4. Kugelrunde Sattmacher: Germknödel in Ludwigsburg

Wenn man sich die blassen, rundlichen Ungetüme hinter der Scheibe an dem Stand bei der Stadtkirche beschaut, denken viele wohl spontan: Meine Güte, kann man so viel überhaupt essen? Aus eigener Erfahrung weiß ich: Man kann. Sogar mit Genuss. Und für jemanden wie mich, der wenig bis gar keinen Alkohol trinkt, sind sie die perfekte Unterlage, damit man, wenn es doch ausnahmsweise mal ein Glühwein statt Kinderpunsch sein soll, nicht ins Schwanken gerät.

Die Rede ist von Germknödeln. Man könnte auch sagen: Hefeklöße, aber das klingt weniger alpenländisch, weniger geheimnisvoll und irgendwie altbacken. Doch das sind die Germknödel auf keinen Fall. Wenn sie da auf dem Teller liegen, mit Vanillesauce oder Mohn und Zucker angereichert und verziert, wenn man mit der Gabel hineinsticht, der Dampf entweicht und sich der fruchtige Inhalt – Pflaume, Heidelbeere oder Kirsche – im locker-fluffigen Hefeteig offenbart, dann zeigt sich, dass auch traditionelle Gerichte mit einfachen Zutaten total lecker sein können. Auch wenn man hinterher kaum noch „Paff“ sagen kann, weil man richtig satt ist.

Von Sabine Armbruster – Ludwigsburger Weihnachtsmarkt: 25. November bis 22. Dezember, Marktplatz und Arsenalplatz.

5. Pause vom Süßen: Champagner in Besigheim

Eine Weile macht Glühwein ja Spaß. Aber spätestens am zweiten Adventswochenende muss man auch mal pausieren mit dem süßen Zeug. Dann nämlich ist Weihnachtsmarkt in Besigheim – und der ist nicht nur insgesamt sehr schön und stimmungsvoll, sondern hat auch etwas im Ausschank, was es sonst eher selten auf Weihnachtsmärkten gibt: nämlich Champagner.

Das liegt nicht daran, dass sich die Bewohner der hübschen Fachwerkstadt zu fein für Glühwein sind (den gibt es natürlich auch an vielen Ständen), sondern daran, dass Besigheim seit vielen Jahren eine Städtepartnerschaft mit dem Ort Ay in der Champagne hat. Von dort kommt der Champagner, der auch beim Weihnachtsmarkt ausgeschenkt wird. À votre santé!

Von Sandra Lesacher – Besigheimer Weihnachtsmarkt: 6. und 7. Dezember, Kirchstraße und Marktplatz.