Pestizid-Einsatz (Symbolbild). Foto: dpa/Walter Bieri

Bringen Stechmücken das tropische Dengue-Fieber bald über den Rhein nach Baden-Württemberg? Französische Behörden tun derzeit alles, um eine Ausbreitung zu verhindern – gerade vor den Olympischen Spielen in Paris.

Mückenbekämpfung am Rhein: In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli fand bei Straßburg und Ostwald im benachbarten Elsass eine groß angelegte Aktion mit Giftstoffen statt. Grund war die Identifizierung einer Person, die sich zuvor bei einer Tropenreise mit dem Dengue-Virus infiziert hatte. Die Maßnahme wurde ergriffen, um eine potenziell mögliche Ausbreitung des Virus bereits im Keim zu ersticken.

 

Die Operation im Elsass konzentrierte sich auf bestimmte Gebiete der Gemeinde Ostwald und nahe dem Straßburger Stadtteil Cronenbourg , wo sich die infizierte Person in der Dengue-Inkubationszeit aufgehalten hatte. Die Behörden setzten dabei auf ein Insektizid, das speziell gegen die Tigermücke (Aedes albopictus) wirksam ist, welche als potenzieller Überträger des Dengue-Virus gilt.


Heikles Tigermücken-Insektizid

Anwohner in den betroffenen Gebieten hatte man im Vorfeld über die geplante Aktion informiert. Sie wurden gebeten, während der Mückenbekämpfung Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Wäsche nach drinnen zu holen. Außerdem sollten Haustiere vorübergehend ins Haus gebracht werden.

Die Präfektur des Départements Bas-Rhin betonte, dass das eingesetzte Insektizid für Menschen und Haustiere ungefährlich sei. Dennoch wurden die Anwohner gebeten, in den 24 Stunden nach der Behandlung, den Kontakt mit behandelten Oberflächen zu vermeiden.


Tigermücke überträgt Dengue

Die Aktion war Teil eines umfassenderen Plans zur Bekämpfung von durch Mücken oder Tigermücken übertragenen Krankheiten im Elsass. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, wachsam zu bleiben und mögliche Brutstätten für Mücken zu beseitigen, indem stehendes Wasser in Gärten und auf Balkonen entfernt wird. Auch Mückenspray wird empfohlen – selbst wenn DEET nicht allen als unschädlich gilt.

Dengue und andere Seuchen

Die Tigermücke wird von manchen gar als „gefährlichstes Tier der Welt“ bezeichnet. Laut Wissenschaftlern kann die Tigermücken mindestens fünf tropische Viren-Arten übertragen, gegen die wie beim Dengue-Fieber teilweise (noch) keine Impfung möglich ist:

  • Dengue-Virus
  • Zika-Virus
  • Chikungunya-Virus
  • West-Nil-Virus
  • Usutu-Virus

Länder mit hohem Dengue-Risiko in Asien/Ozeanien

  • 1. Philippinen
  • 2. Malediven
  • 3. Indonesien
  • 4. Sir Lanka
  • 5. Laos
  • 6. Indien
  • 7. Kambodscha
  • 8. Malaysia
  • 9. Vietnam
  • 10. Singapur
  • 11. Thailand
  • 12. Australien
  • Quelle: tropeninstitut.de

Länder mit hohem Dengue-Risiko in Südamerika/Karibik

  • Brasilien (83 %)
  • Paraguay (5,3 %)
  • Argentinien (3,7 %) 
  • Quelle: tropeninstitut.de

Länder mit hohem Dengue-Risiko in Afrika/Nahost

  • Ägypten
  • Mauritius
  • Tschad
  • Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
  • Sudan
  • Quelle: tropeninstitut.de

Der jüngste Dengue-Fall in Straßburg war kein Einzelfall. In den letzten Jahren sind in Frankreich einige Fälle von tropischen Krankheiten durch Mücken-Übertragung registriert worden, obwohl Europa nach wie vor nicht als Endemie-Gebiet gilt. Experten führen dies auf den Klimawandel zurück, der es der Tigermücke ermögliche, sich in immer nördlicheren Regionen anzusiedeln. Zudem gibt es eine gewisse Dengue-Gefahr auch bei Olympia in Paris.