Für die Tiere sind die langen Transporte oft eine Quälerei. Foto: dpa

Bayern prescht beim Tierwohl zu Recht voran: Das sollte nicht an den Grenzen enden, kommentiert Christoph Link.

Stuttgart/München - Die wichtigen Impulse für das Tierwohl kommen derzeit nicht vom Bund, sondern den Ländern: In Bayern haben Amtstierärzte wegen der elend langen und am Schluss oft mit Quälerei verbundenen Viehtransporte ins Nicht-EU-Ausland eine Wende eingeleitet: Der Freistaat Bayern wird Schlachtviehtransporte in 17 ferne Länder wie die Türkei oder Marokko untersagen. In Hannover begehrt eine CDU-Agrarministerin gegen Missstände in den Viehställen auf, sie will Tierkadaver stärker beschauen lassen und eine Videokameraüberwachung in den Ställen – auch das Land Baden-Württemberg ist hier bei einer Bundesratsinitiative mit dabei.

Den Gesamtüberblick über das Tierwohl sollte eigentlich das Bundeslandwirtschaftsministerium haben. Aber das Ressort von Julia Klöckner (CDU) bleibt stumm, hat mit seinem freiwilligen Tierwohllabel jüngst auch Kritik ausgelöst. Wer das unnötige Leiden der Tiere aber nun beendet, das ist zweitrangig. Hauptsache es passiert etwas. Das Wegschauen auf die Zustände bei den Viehtransporten oder in den Ställen muss ein Ende haben.

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