Zirkus-Chefin Manuela Baruk mit ihren beiden Zebras Shakira und Baby. Foto: Circus barukPolizeipräsidium Rheinpfalz

Zwei entlaufene Zebras haben die Polizei in Ludwigshafen auf Trab gehalten. Die beiden Tiere waren durch das offene Gatter ausgebüxt und wurden schließlich vom Zirkusdirektor und Clown wieder eingefangen.

Ludwigshafen/Stuttgart - Derzeit gastiert der Circus Baruk in Ludwigshafen-Edigheim. Es ist das erste Gastspiel des Traditionszirkus in diesem Jahr. Am Mittwochabend (28. Februar) kurz vor 18 Uhr passiert es. Zwei Zebras entwischen während der Aufführung aus ihrem Freilaufgehege. Offenbar hatten Zuschauer die beiden Tiere füttern wollen und dabei das Gatter offen gelassen.

Safari der Oppauer Zebra-Streifen

Innerhalb weniger Minuten waren fünf Streifenwagen vor Ort, um die Paarhufer, die auf der großen Veranstaltungswiese herum galoppierten und an einem Weiher friedlich grasten, wieder einzufangen. Schließlich waren es Zirkusdirektor Jonny Baruk und Clown Francesco, die die Tiere zurück in ihr Zuhause brachten.

„Durch fünf Streifenwagenbesatzungen wurde die Safari beziehungsweise Verfolgung aufgenommen“, heißt es im Polizeibericht des Polizeipräsidiums Rheinpfalz. Im Anschluss an ihren Ausflug seien die beiden Tiere durch die „Oppauer Zebra-Streifen in einer Kolonne zurück zum Zirkus begleitet“ worden. Bei dem Ausflug sei keiner verletzt worden. Wir sprachen mit Zirkus-Chefin Manuela Baruk.

Frau Baruk, wie kam es zu dem Ausflug Ihrer Zebras?
Wir sind eine alte Artisten-Großfamilie in siebter Generation. Bis zum 4. März haben wir noch unser Gastspiel in Ludwigshafen-Edigheim. Während der 20-minütigen Pause haben die Zuschauer die Gelegenheit, unsere Tiere zu streicheln und zu füttern. Die Tiere sind in einem großen Auslaufgehege. Am Mittwochabend (28. Februar) muss einer der Zuschauer vergessen haben, das Gatter zu schließen. Als wir nach den Tieren schauten, waren Shakira und Baby plötzlich weg. Sie liefen außerhalb des Geheges herum.
Die Polizei rückte gleich mit fünf Einsatzfahrzeugen an.
Die Zebras waren noch auf dem großen Platz, der einem Bauern gehört. Wir sind sofort hinterher, damit niemand sie noch weiter wegjagt. Jedes Tier, das mal ausbüchst, macht eine kurze Runde, um die Gegend zu erkunden. Die hatten so eine Freude! Aus Sicherheitsgründen hat die Polizei die Straße absperren lassen.
Wer hat die Zebras wieder eingefangen?
Das waren mein Mann Jonny Baruk und der Clown Francesco. Jonny hat die Tiere selbst groß gezogen.
Waren Shakira und Baby verstört?
Nein. Wir sind überall in Deutschland. Die Tiere sind es gewöhnt außerhalb des Geheges zu sein. Die Vorstellung ging weiter und die Musik in der Manege lief. Die Zebras wissen, wo ihr Zuhause ist. Sie haben ein paar Runden gedreht und sind dann in Richtung Bäume gelaufen.
Haben die Zuschauer in der Manege etwas mitbekommen?
Gar nichts. Es waren ja auch keine Raubtiere. Dann hätten wir die Vorstellung stoppen müssen.

Zirkus in der siebten Generation

Manuela Baruk (53, geborene Kaiser) stammt wie ihr Ehemann aus einer alten thüringischen Zirkusfamilie. In der siebten Generation leiten sie den Circus Baruk, der in den 1950er Jahren in der damaligen DDR gegründet wurde.

Seit 2000 sind sie das ganze Jahr mit ihren fünf Kindern Mandy, Jessica, Jacqueline, Giovanni und Aljosha auf Tournee. Früher trat Weisheit als Seilläuferin und Kunstreiterin auf. Heute führt sie als Ansagerin durch das Zirkusprogramm. Neben den beiden Zebras treten Pferde, Ponys, Kamele, Lama und Ziegen in der Manege auf.

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