Wasserbüffel auf einer Messe: Im Bottwartal könnten sie heimisch werden. Foto: dpa

Sechs Tiere sollen in einer Aue zum Landschaftsschutz beitragen. Sie könnten im kommenden Jahr angesiedelt werden.

Bottwartal - Das Bottwartal darf der Lebensraum von Wasserbüffeln werden. Das Landratsamt hat jetzt die Ansiedlung von sechs Tieren genehmigt. „Die Baugenehmigung ist da“, sagt Claus-Peter Hutter, Präsident der Stiftung Nature-Life, einer der Initiatoren des Projektes. Er hat sein Projekt erstmals vor drei Jahren vorgestellt, an dem auch die beiden Landwirte Andreas Weigle aus Großbottwar und Gerhard Fahr aus Benningen teilnehmen wollen. Hutter hält die Ansiedlung bereits im kommenden Jahr für umsetzbar.

Im Bottwartal stieß das Projekt bisher auf unterschiedliche Resonanz. Während der Großbottwarer Gemeinderat die Ansiedlung der Tiere befürwortete, sprach sich das Steinheimer Gremium dagegen aus, Flächen für Wasserbüffel zur Verfügung zu stellen. Die Gegner bezweifeln den positiven Nutzen, den die Beweidung mit den etwa eine halbe Tonne schweren Tieren habe. Das Projekt, das wissenschaftlich begleitet werden soll, diene auch nicht dem Naturschutz, sondern sei vor allem ein Medienprojekt, hieß es zudem.

Wasserbüffel als Landschaftspfleger

Den Nutzen der Wasserbüffel sieht indes das Landratsamt sehr wohl, und zwar als alternative Form der Landschaftspflege. Das Vorhaben sei zulässig, insofern habe der Antragsteller einen Anspruch auf Baugenehmigung, erklärt der Pressesprecher des Amtes, Andreas Fritz. Das Projekt diene dem Landschaftsschutz. Die Beweidung durch die Tiere solle die ökologische Vielfalt der Bottwaraue stärken. Ganz ohne Auflagen geht die Ansiedlung der Tiere gleichwohl nicht über die Bühne. So muss demnach ein Korridor für Wildtiere frei gehalten werden, Abstände der Weidezäune zur Bottwar sind ebenso geregelt wie Entwässerungsgräben.

Im Kreis Göppingen werden Wasserbüffel bereits eingesetzt

„Man wird sehen, was jetzt genau kommt und wie heimisch sich die Büffel in dem Gebiet fühlen werden“, sagt der Steinheimer Bürgermeister Thomas Winterhalter. „Wir haben die kleinste Fläche in dem Areal und waren damit sicher nicht ausschlaggebend.“ Sehr konkret werden die Initiatoren derweil nicht. „Wir freuen uns natürlich, dass das Vorhaben nach dem langen Hin und Her genehmigt worden ist“, sagt etwa Gerhard Fahr. Die Öffentlichkeit wolle man „zu gegebener Zeit“ ausführlich informieren. Ehe es an die Ausführung gehe, müssten letzte Details geklärt werden.

Vielleicht hilft dabei ein Blick in den Kreis Göppingen: Dort sollen zwischen Heiningen und Eschenbach fünf bis sieben Wasserbüffel angesiedelt werden. Ein 1,6 Hektar großes Feuchtgebiet droht mit Wasser- und Sumpfpflanzen zuzuwachsen. Die Tiere sollen durch Fressen und Suhlen offene Bereiche schaffen.

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