Im April nahm das Tierheim auf einen Schlag 116 Tierbabys auf. Foto: Tierheim Stuttgart/Archiv

Im Botnanger Tierheim sind Anfang April 116 Katzen und Hunde aus einem illegalen Tiertransport gelandet. Ein paar Sorgenkinder sind noch in Pflege.

Stuttgart - Nach vielen freudigen Momenten und Rückschlägen werden es die Helfer im Botnanger Tierheim wohl bald vollends geschafft haben, alle überlebenden Hunde und Katzen aus einem illegalen Tiertransport zu vermitteln. Von den 116 Anfang ­April geretteten Tieren sind noch fünf Hunde und neun Katzen im Heim in Botnang. Ersten Schätzungen zufolge haben das Aufpäppeln und die medizinische Versorgung der Tiere wohl eine viertel Million Euro gekostet, sagt Marion Wünn, die Leiterin des Tierheims.

Medikamente, Futter und Pflege: Die Versorgung der Hunde- und Katzenbabys ist aufwendig gewesen. „Wir rechnen gerade ab. Eine endgültige Summe kann ich erst dann nennen. Aber 250 000 Euro kommt schon hin“, überschlägt Wünn. Anfangs habe das Heim viele Spenden erhalten, „aber das hat nun nachgelassen“, ergänzt sie.

Die Tiere wurden viel zu jung von ihren Müttern getrennt

Die Tiere waren viel zu jung, um von ihren Müttern weggenommen zu werden, als ein slowakischer Züchter sie in einen Transport packte, der nach Spanien führen sollte. Auf dem Weg fiel der Transport der hiesigen Polizei auf, und sie stoppte ihn.

Im Heim sind noch fünf kleine Chihuahuas, bei denen die Suche nach einem Frauchen oder Herrchen läuft. „Unsere Ansprüche sind hoch, wir prüfen die Interessenten genau“, sagt Wünn. Das sei der eine Grund, warum die Vermittlung dauere.

Der andere entzieht sich dem Einfluss der Tierschützer von Botnang: Der Chihuahua sei zurzeit nicht „in“, andere Hunderassen seien leichter zu vermitteln. Abgegeben werden die kleinen Hunde „nicht an Anfänger und nicht an Leute, die ihn tagsüber alleine lassen“, erläutert Wünn. Das schließe keine Berufstätigen aus, denn manchmal sei es ja möglich, den Hund mit zur Arbeit zu nehmen. „Aber da wollen wir dann auch nicht, dass er irgendwo abgestellt wird. Die Tiere haben sehr viel Schlimmes mitgemacht, sie sollen es nun endlich richtig gut haben“, sagt Wünn. Vorzugsweise sollte ein potenzieller Chihuahua-Halter schon einen Hund haben, damit der neue Hund Gesellschaft habe. Die Hälfte der Hundewelpen seien Tiere kleiner Rassen gewesen, darunter mehr als 25 Chihuahuas.

Die Katzen sind nach wie vor in Quarantäne

Den kleinen Katzen gehe es immer noch schlecht. Neun haben überlebt, die übrigen sind gestorben. „Immer dann, wenn man meint, sie seien jetzt über den Berg, fängt wieder eine mit einer Krankheit an“, sagt Wünn. Anfangs hätten sie einen hochansteckenden Hautpilz und eine Virusinfektion gehabt, auch unter Schnupfen und Durchfall litten die Kätzchen. Nach wie vor sind sie in der Quarantänestation des Tierheims untergebracht.

Wenn die Katzen alle richtig fit sind, dann werde es wohl kein Problem sein, sie zu vermitteln: „Es handelt sich um Rassekatzen, britisches Kurzhaar“, sagt Wünn. Da würde man Interessenten finden – die ebenfalls sorgsam ausgewählt werden.

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