Sven Meurs (Jahrgang 1980) war schon als Kind im Wald auf der Suche nach wilden Tieren. Im Wattenmeer entdeckte er seine Faszination für das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Foto: Sven Meurs/ Knesebeck Verlag Foto:  

Der Fotograf Sven Meurs war jahrelang in Großstädten auf Safari – und traf Füchse, Wildschweine und Gelbkopfamazonen dort, wo man sie nicht erwartet.

Stuttgart - Es brauchte Geduld. Viel Geduld. Fünfzig Stunden saß Sven Meurs an den kältesten Tagen des Jahres vor einem kleinen Tümpel in der Kölner Innenstadt, um einen Eisvogel vor die Linse zu bekommen. Dass es so viel Zeit brauchen würde, hatte der Fotograf bei seinem Vorhaben, Wildtiere aller Art in deutschen Großstädten abzulichten, nicht bedacht.

Im Stuttgarter Rosensteinpark gibt es die größte innerstädtische Hasenpopulation

Inzwischen ist er Profi, weiß, auf was er achten muss, bekommt Tipps von Bewohnern, wo sie Tiere gesehen haben. Und so hat er in dem Buch „Großstadt Wildnis“ Städte wie Stuttgart, Frankfurt, Köln, Neuss, Heidelberg, Düsseldorf, Hamburg, München und natürlich Berlin besucht, um den Tieren auf die Spur zu kommen. Die Ergebnisse sind manchmal naheliegend. Alle Stuttgarter kennen etwa die Gelbkopfamazonen, die vor allem im Rosensteinpark leben. Meurs war jedoch vor allem von der Artenvielfalt im Park gefesselt, wo es Deutschlands größte innerstädtische Hasenpopulation gibt. Oder wo er einen Fischreiher dabei beobachten kann, wie er sich etwas von einem Grill stibitzt, und wo er vor dem Opernhaus den Nilgänsen ganz nah kommt. Und Meurs war in Berlin, was auch die Hauptstadt der Wildtiere ist – und wo sich eben auch Fuchs und Wildschwein gute Nacht sagen.

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