Tiere und Weihnachten Lieber Hundekekse statt Plätzchen

Von Manuela Kaczmarek 

Eine Katze inmitten von Weihnachtssternen: ein schönes Bild. Die Pflanzen sind für das Tier allerdings hochgiftig. Foto: dpa
Eine Katze inmitten von Weihnachtssternen: ein schönes Bild. Die Pflanzen sind für das Tier allerdings hochgiftig. Foto: dpa

Schon in der Adventszeit schmücken viele das Wohnzimmer festlich. Tierhalter sollten dabei allerdings einiges beachten. Denn glitzernde Dekoration und Leckereien wie Zimtsterne können Haustieren gefährlich werden.

Stuttgart - Weihnachtssterne und Mistelzweige sehen schön aus – für Tiere sind diese Pflanzen aber hochgiftig. Sie sollten daher nicht so aufgestellt werden, dass Tiere sie leicht erreichen können. „Der Tannenbaum ist nicht so giftig wie Weihnachtssterne, dafür können die Haustiere an den Lichterketten knabbern oder Lametta verschlucken“, sagt die Tierärztin Theresa Ernst aus Stuttgart.

Vor allem Katzen finden glitzernde Dinge oft interessant. Verschlucken sie Lametta, können sie sich ihre Zunge und ihren Darm verletzen, warnt Ernst. Wenn das passiert, sollten Katzenhalter direkt zum Tierarzt gehen und das Lametta nicht selbst aus dem Maul der Katze ziehen – das könnte das Tier noch mehr verletzen. Um Unfällen vorzubeugen, rät Ernst, den Christbaum nicht bis zum unteren Geäst zu schmücken – und den Baum gut zu befestigen. Am besten sollte man ihn einige Tage vor dem Fest aufstellen, damit sich die Katze an ihn gewöhnen kann.

Doch nicht nur Glitzer-Deko stellt eine Gefahr für Tiere dar. Brennende Kerzen, etwa am Adventskranz, dürfen niemals unbeaufsichtigt sein, wenn ein Hund oder eine Katze in der Wohnung ist. „Es besteht große Gefahr, dass sich die Tiere verbrennen oder einen Brand verursachen“, so Peter Höffken von der Tierrechtsorganisation Peta.

Weihnachtsmärkte sind ein Stressfaktor für Hunde

Nicht nur in der Wohnung, auch beim Schneespaziergang mit dem Hund gibt es der Tierärztin Theresa Ernst zufolge etwas zu beachten. Viele Hunde seien fasziniert von Schnee, sagt sie, und probieren gerne, wie er schmeckt. „Da müssen Hundebesitzer aufpassen“, sagt Ernst. Denn zu viel Schnee könne zu Erbrechen und Durchfall führen.

Nach dem Spaziergang noch auf einen Abstecher zum Weihnachtsmarkt? Lieber nicht. Weihnachtsmärkte sind ein Stressfaktor für Hunde, nicht zuletzt wegen des Lärms. Zudem kann es vorkommen, dass der Hund Essensreste frisst. Dies könne zu Verdauungsproblemen führen, erklärt Ernst.

Mit Essensresten sollten Tierhalter grundlegend vorsichtig umgehen. Beim weihnachtlichen Festmahl bleibt zwar oft etwas übrig. Die Knochen der Festtagsgans oder -ente geben viele Hundebesitzer gerne an ihre Lieblinge weiter. Davon rät Ernst ab: „Durch Splitter im Knochen können sich Hunde den Magen und Darm verletzen.“

Schokolade ist hochgiftig für Tiere

Doch nicht nur bei Deftigem ist Vorsicht angesagt. Insbesondere zur Weihnachtzeit kommen viele Hunde mit einer Schokoladenvergiftung zum Tierarzt. Schuld daran ist das in Schokolade enthaltene Alkaloid Theobromin, das mit dem Koffein verwandt ist. Hohe Dosen von Theobromin sind für alle Lebewesen giftig. Beim Menschen sorgen spezielle Enzyme dafür, dass der Stoff relativ schnell abgebaut wird. Bei Hunden verbleibt er hingegen länger im Körper. Zu den Vergiftungserscheinungen zählen Durchfall, Erbrechen, Zittern, Krämpfe und auch Bewusstlosigkeit. Kleinere Hunde, die große Mengen Schokolade gefressen haben, können an den Folgen sogar sterben.

„Dass Schokolade giftig für Hunde und Katzen ist, ist schon länger bekannt“, sagt Ernst. Aber auch Rosinen, zum Beispiel im Stollen, können bei Hunden zu Nierenversagen führen, sagt die Tierärztin. Eine Gefahr seien außerdem Nüsse – und ihre spitzen Schalen. Ernst rät deshalb dazu, Süßigkeiten und Nüsse außer Reichweite der Haustiere aufzubewahren. „Wer sein Tier an Weihnachten mit einer ganz besonderen Leckerei verwöhnen möchte, sollte neben Vanillekipferln und Zimtsternen spezielle Hundekekse backen.“

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