Die Dscheladas in der Wilhelma haben ein einfaches Mittel gegen die Kälte – kuscheln. Foto: dpa

Meteorologisch hat der Frühling zwar schon begonnen, aber ein Blick auf das Thermometer lässt derzeit berechtigte Zweifel aufkommen. Es ist „affenkalt“ – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Stuttgart - In der Stuttgarter Wilhelma trotzen zwei Affenarten in ihrem Außengehege das ganze Jahr über den Temperaturen. Die seltenen Dscheladas, auch Blutbrustpaviane genannt, klettern in freier Wildbahn auf mehreren tausend Meter hohen Felsen im äthiopischen Hochland herum und sind frostige Temperaturen durchaus gewohnt. Auf eine Runde Kuscheln verzichten die Affen aber ungern und wärmen gleichzeitig ihren Nachwuchs. Auch die Rotgesichtsmakaken aus Japan sind die klirrende Kälte gewohnt und bleiben in der kalten Jahreszeit draußen. Die Gorillas wagen sich bei Schnee und Eis ebenfalls ab und zu nach draußen, während die Bonobos dagegen schnell Gefahr laufen, sich eine Erkältung einzufangen und im geheizten Affenhaus bleiben müssen.

Elefanten müssen bei Glatteis drinnen bleiben

Andere Tiere aus südlichen Gefilden verbringen den Winter im Warmen. Dazu gehören beispielsweise alle tropischen Vögel und Reptilien im Amazonienhaus. Die Elefanten bleiben ebenfalls die meiste Zeit in ihrem Haus, weil die Ohren der Dickhäuter bei Minusgraden anfällig für Erfrierungen sind. „Frische Luft ist aber wichtig“, betont Wilhelma-Pressesprecher Florian Pointke. Nur bei vereistem Untergrund müssen die grauen Kolosse den ganzen Tag drinnen verbringen.

Sobald die Wasseranlagen zugefroren sind, werden die Raubkatzen der Wilhelma zu Hausarrest verdonnert. Dann könnten die wilden Tiere nicht nur ausbrechen, sondern bei einem Spaziergang über dünnes Eis auch einbrechen.

Am meisten freut sich ein Wilhelma-Bewohner über die Rekordkälte: Für Eisbärin Corinna sind die aktuellen Temperaturen im Gegensatz zu den heißen Sommertagen ein echter Genuss.

Tierfreunde müssen sich wegen der Eiseskälte laut Zooverband also keine Sorgen machen. „Den Tieren in den zoologischen Gärten in Deutschland geht es gut“, sagte Volker Homes, der Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten.

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