Eine Katze saß bei Kleinbottwar in einem Baum fest. Doch das Tier konnte äußerlich unversehrt aus der misslichen Lage gerettet werden (Symbolbild). Foto: imago images/blickwinkel

In Steinheim (Kreis Ludwigsburg) saß ein Tier in rund zehn Metern Höhe fest. Für die Drehleiter war der Einsatzort zu schmal. Deshalb kam es zu einer spektakulären Aktion.

Als Feuerwehrmann macht man viele Grenzerfahrungen. Manchmal tragischer Natur, bisweilen auch mit schönem Ausgang, wenn zum Beispiel jemand aus einem brennenden Gebäude befreit wird. Doch so etwas wie am Montagabend hatten die Steinheimer Kameraden noch nicht erlebt. „Das war für uns eine Premiere“, sagt David Kuppinger, Chef der Abteilung im Teilort Höpfigheim. Eine Katze saß in einem Baum in rund zehn Metern Höhe fest und konnte letztlich nur gerettet werden, indem ein Feuerwehrmann zu der Samtpfote hinaufkraxelte.

 

Zugetragen hat sich dieses Schauspiel am Rande des Radwegs zwischen Steinheim-Kleinbottwar und Großbottwar. Ein Passant sei schon morgens an dem Baum vorbeigeradelt, habe dabei ein lautes Miauen gehört, erzählt Kuppinger, dessen Abteilung für Tierrettungen zuständig ist. Abends habe die Katze immer noch in den Ästen gekauert, weshalb die Polizei und schließlich auch die Feuerwehr gegen 19.20 Uhr alarmiert worden seien. Mit im Boot sei darüber hinaus eine Tiernothilfe gewesen.

Gelände für Leitern zu wackelig

Die Feuerwehr war bis in die Abendstunden vor Ort. Foto: Feuerwehr Steinheim

Das Problem für die Feuerwehr war nur, dass sie auf dem schmalen Teilstück des Radwegs an der Bottwar mit der Drehleiter den Baum nicht ansteuern konnte. Mit Steckleitern hätte man in dem unwegsamen Gelände nahe der Böschung ebenfalls nicht operieren können, sagt David Kuppinger. „Das wäre zu wackelig gewesen“, erklärt er. Man hätte die Katze dann nur noch sich selbst überlassen können, in dem Vertrauen, dass sie früher oder später wieder herunterkommt – oder eben jemanden zu dem Tier hinaufklettern lassen.

Die Feuerwehr entschied sich für Letzteres. Alles andere wäre auch schwer zu vermitteln gewesen, erklärt Kuppinger. Glücklicherweise habe man jemanden in der Truppe, der beruflich als Baumpfleger arbeite. Der Kamerad machte sich also gesichert auf den Weg in luftige Höhen. Mit dem Ergebnis, dass die Katze wohl vor Schreck erstmal noch weiter gen Krone entschwunden sei, wie der Höpfigheimer Abteilungskommandant berichtet. Nach einigen Minuten habe sich das Tier aber doch fangen lassen – und wurde sicher nach unten befördert.

„Außerlich war die Katze unversehrt“, sagt Kuppinger. Sie habe allerdings weder über eine Tätowierung noch über einen Chip verfügt, sei deshalb keinem Besitzer zuzuordnen gewesen und den Tierschützern übergeben worden.

„Das war recht zeitaufwändig“, resümiert Kuppinger. „Wir haben dort drei Stunden verbracht“, sagt er – aber immerhin wieder etwas Neues erlebt. Katzen würden zwar immer mal von Bäumen gerettet, aber nicht auf diese Art und Weise.