Der Dalai Lama. Foto: AP

Religiöses Oberhaupt will seine politische Verantwortung abgeben. China zweifelt daran.

Neu Delhi/Peking - Der Dalai Lama will seine politische Verantwortung abgeben. Das teilte das religiöse Oberhaupt der Tibeter am Donnerstag zum 52. Jahrestag des Volksaufstandes der Tibeter 1959 gegen die chinesische Besatzung ihrer Heimat mit.

Das Exil-Parlament soll auf der am Montag im nordindischen Dharamsala beginnenden Sitzung über entsprechende Änderungen der Exil-Verfassung abstimmen. Seine politischen Befugnisse sollen an das Kabinett oder einen gewählten Führer übergehen.

„Nur ein Trick, um die internationale Gemeinschaft zu täuschen"

Chinas Regierung sah in seiner Ankündigung, sich von der politischen Macht zurückzuziehen, „nur einen Trick, um die internationale Gemeinschaft zu täuschen“. Die Sprecherin des Außenministeriums, Jiang Yu, warf ihm vor der Presse in Peking vor, unter dem Deckmantel der Religion die Unabhängigkeit Tibets zu verfolgen.

Zu den besonderen Vollmachen des Dalai Lama gehört etwa, dass er das Parlament zu Sondersitzungen einberufen oder direkt ein Mitglied des zwölfköpfigen Ständigen Ausschusses ernennen kann, der zwischen den Sitzungen tagt.

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