Foto: Steidel

In unserer Serie "Besuch im Zoo" stellen wir sehenswerte Tierparks vor. Heute: Der Thüringer Zoopark in Erfurt.

Die Löwen hatten es nicht immer gut in Erfurt. Als 1960 die ersten Exemplare in den Tierpark kamen, wurden sie in einen alten Zirkuswagen gesteckt. Platzverhältnisse zum Davonlaufen, wenn sie es denn gekonnt hätten. Auch das nachfolgende Raubtierhaus war nicht gerade das, was man als würdig für den König der Savanne hätte bezeichnen können.

Doch seit nunmehr vier Jahren sind die Erfurter Löwen besser dran als die meisten ihrer Artgenossen in einem zoologischen Garten. In der neuen "Löwensavanne" verfügen sie über zwei große, naturnah gestaltete Gehege mit eigener Holzveranda, auf der sie sich genüsslich in der Sonne räkeln. Felsen gehören dazu, Gras und Baumstümpfe. Vorbei die Zeiten, in denen Beton und Kacheln die Szenerie bestimmten. Von außen sieht die neue Raubtieranlage aus wie eine Großvoliere, ein Metallnetz dient als Dachbegrenzung, der ockerfarbene Lehmputz gibt dem Ganzen einen afrikanischen Charakter. Drum herum platziert in Kleingehegen sind kleinere afrikanische Savannentiere wie Erdmännchen, Löffelhunde oder Klippschliefer.

Stolz ist Erfurt auch auf eine zweite Errungenschaft der jüngsten Vergangenheit: die begehbare Affenanlage. Auf dem sogenannten Berberberg turnt ein Trupp Berberaffen frei zwischen den Besuchern herum und bringt sich in Pose. Ein vergnügliches Schauspiel, fast wie auf dem Affenberg in Salem am Bodensee, nur dass hier die Tiere nicht gefüttert werden dürfen. Sicherheitshalber sind Tierpfleger immer in der Nähe. Höhepunkt Nummer drei des Zooparks in Erfurt ist der Schaubauernhof mit seinen borstigen Minischweinen, fetten schwarzweißen Sattelschweinen, putzigen Hasen und Meerschweinchen. Das Ganze untergebracht in einem historischen Gehöft aus dem Jahre 1862, was das Erlebnis authentisch macht.

Tiere: 1400 Tiere in 190 Arten. Das ist nicht sonderlich viel, weil der Erfurter Zoo nur rein flächenmäßig ein sehr großer Tierpark ist. Schön anzusehen sind neben Löwen, Affen und Haustieren auch noch die Kamele und Breitmaulnashörner. Auch Letztere haben eine neue Anlage bekommen, demnächst sind die Flamingos an der Reihe.

Größe: 47 Hektar, das ist mehr als etwa der Berliner Zoo zu bieten hat, doch nur ein Bruchteil der Fläche wird wirklich genutzt. Eine Situation, über die sich manch anderer Zoo freuen würde (zum Beispiel der eng in die Innenstadt gepferchte Frankfurter), denn immerhin besteht somit doch enorm viel Spielraum für zukünftige Erweiterungen. Das bedeutet auf der anderen Seite mitunter weite Wege, die durch eine nicht immer nur attraktiv gestaltete Parklandschaft führen.

Schlechtwettertauglichkeit: Bedingt, da würde sich zum Beispiel eher ein Ausflug in das Aquarium Erfurt empfehlen, das ebenfalls zum Zoopark gehört und fünf Minuten entfernt davon zu finden ist (Nettelbeckufer).

Tipps für Kids: Es gibt mehrere Spielplätze, aber natürlich ist der Schaubauernhof auch eine große Attraktion für Kinder. Ferner haben Kinder die Möglichkeit, auf Eseln zu reiten.

Gastronomie: Es gibt ein Restaurant und mehrere Kioske. Speisen und Getränke sind vergleichsweise günstig (Currywurst mit Pommes 3,70 Euro).

Info:Lage: Der Thüringer Zoopark liegt auf dem Roten Berg im Norden von Erfurt. Die Parkmöglichkeiten sind gut. Von der Innenstadt mit Straßenbahn 5.

Eintritt: Sechs Euro für Erwachsene, drei Euro für Kinder zwischen drei und 18. Geöffnet täglich von 9 bis 19 Uhr, Zeitbedarf etwa ein halber Tag.

Auskunft: Thüringer Zoopark, Tel. 03 61/75 18 80, http://www.zoopark-erfurt.de. Zum Zoopark gehört auch das Aquarium Erfurt am Nettelbeckufer 28, zwei Euro Eintritt, Kinder ein Euro (Telefon 03 61/7 31 37 10).

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