Die Zeit von Theresa May als Premierministerin läuft ab. Foto: AP

Theresa May wird als miserable Premierministerin in die Geschichte eingehen.

London - Eine klar strukturierte, intelligent formulierte Rede, vorgetragen mit Überzeugung und Emotion – Theresa Mays Rücktrittserklärung enthielt alle Elemente guter politischer Kommunikation. Leider hat die britische Premierministerin in ihrer knapp dreijährigen Amtszeit diese elementare Tugend einer Politikerin im 21. Jahrhundert allzu oft vermissen lassen.

May machte sich die härteste aller harten Linien zu eigen

Zurecht betonte die Konservative am Freitag: Für den anstehenden Brexit müssen beide Seiten Kompromisse machen. Allerdings präsentierte sich May meistens kompromisslos – auch viel zu lange beim Brexit. Weil sie in ihrer EU-feindlichen Partei den vermeintlichen Makel wiedergutmachen wollte, beim Referendum für den Verbleib gestimmt zu haben, machte sie sich die härteste aller harten Linien zu eigen. Gesprächen mit der Opposition wich sie aus. Erst nach den historischen Niederlagen im Parlament besann sich May auf jene Kompromissbereitschaft, die sie nun predigt. Zu spät – viel zu lang hatte sie dem engen Nationalismus und EU-Hass ihrer Parteirechten Zucker gegeben. Dass deren Vertreter ebenso wie Nationalpopulist Nigel Farage nun unentwegt von Mays „Verrat“ und Großbritanniens „Demütigung“ reden, ist die Folge. May wird als total überforderte, miserable Premierministerin in die Geschichte eingehen.

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