Nach einer jüngsten Studie zur Brustkrebstherapie steigt die Behandlungsqualität mit den Fallzahlen. Kliniken mit vielen Patientinnen schneiden besser ab, weil sie wissenschaftliche Leitlinien besser umsetzen. Foto: fotolia

Die Zahl der Krebserkrankungen nimmt pro Jahr um zwei Prozent zu – damit wächst auch der Bedarf an einer umfassenden Versorgung der Patienten. Um diese zu gewährleisten, wünschen sich Kliniken politische Unterstützung.

Stuttgart - Die Versorgung von Krebspatienten kann nach Ansicht von Krebsmedizinern deutlich verbessert werden. „Die Versorgungslücken zwischen den wenigen Onkologischen Spitzenzentren und den Tumorzentren in den kommunalen Kliniken sind zu groß“, sagt Gerald Illerhaus, Leiter des Tumorzentrums des Klinikums Stuttgart (Stuttgart Cancer Center – SCC), zum Ende der gemeinsamen Themenwoche mit unserer Zeitung. Damit sei eine wesentliche Aufgabe des Nationalen Krebsplans nicht erfüllt.

Knapp 500.000 Deutsche haben 2014 die Diagnose Krebs erhalten. „Die Patienten wollen und sollten auch wohnortnah eine hochwertige Therapie erfahren“, sagt Illerhaus. Zwar gibt es Beispiele, in denen sich Krankenhäuser für eine solche Versorgung vernetzt haben – etwa im Regierungsbezirk Augsburg. „Allerdings ist dies nur mit erheblichem zeitlichem und personellem Aufwand möglich“, sagt der Direktor des Interdisziplinären Cancer Center am Klinikum Augsburg, Martin Trepel.

"Es fehlt ein politisches Mandat"

Unterstützung erhalten die Kliniken von der Deutschen Krebshilfe. Deren Chef, Gerd Nettekoven, sagte: „Es fehlt ein politisches Mandat, damit die medizinische Zusammenarbeit in der Fläche besser finanziert wird.“ Winfried Plötze, Chef der Barmer GEK in Baden-Württemberg, lobte die gute Behandlungsqualität.

In der Krebstherapie gebe es Leuchttürme wie die Unikliniken. Kritisch äußerte er sich zum „Hochrüsten“ kleinerer Kliniken in der Strahlentherapie. Teure Großgeräte sollten vor allem in großen Häusern stehen, wo Spezialisten fachübergreifend zusammenarbeiten.

Nach einer jüngsten Studie zur Brustkrebstherapie steigt die Behandlungsqualität mit den Fallzahlen. Kliniken mit vielen Patientinnen schneiden besser ab, weil sie wissenschaftliche Leitlinien besser umsetzen.

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